Mars und Erde werden am 28. August nur etwa 55 Millionen Kilometer voneinander entfernt sein ? das ist so nahe wie seit mindestens 60.000 Jahren nicht mehr. Bereits jetzt ist der Nachbarplanet mit bloßem Auge im südlichen bis südöstlichen Himmel sehr gut sichtbar. Er scheint in einem feurigen Gelb und ist heller und größer als die hellsten Sterne. Das ermöglicht seine Beobachtung sogar in großen Städten, die normalerweise durch das viele Streulicht denkbar ungünstige Bedingungen für die Himmelsbeobachtung bieten, schreibt das amerikanische Magazin “Sky & Telescope”.
Eine so genannte Perihel-Opposition von Mars und Erde ermöglicht die rekordverdächtige Annäherung. Diese Konstellation ist etwas ganz Besonderes: Während die Erde den von der Sonne am weitesten entfernten Punkt ihrer Umlaufbahn durchläuft, befindet sich unser Nachbarplanet Mars gleichzeitig auf dem sonnennächsten Punkt seiner Umlaufbahn. Die Erde liegt dann auf einer Linie zwischen Mars und Sonne, was einen besonders guten Ausblick auf den Planeten ermöglicht.
Je näher aber die Opposition und damit die größte Annäherung rückt, desto länger steht der leuchtende Planet am Himmel. Am 28. August geht der Mars auf, wenn die Sonne untergeht und wird damit zum Planeten der ganzen Nacht.
Während Mars mit bloßem Auge oder im herkömmlichen Fernglas als ockerfarbener bis gelb-oranger Punkt erscheint, enthüllen bereits handelsübliche Teleskope spannende Einzelheiten: In klaren Nächten bei geringer Luftbewegung können häufig die hellen nördlichen und südlichen Polkappen beobachtet werden, die aus Wasser- und Kohlendioxideis bestehen.
Bei noch genauerem Hinsehen zeigt sich oft ein um die Polkappen laufender dunkler Ring aus Staubverlagerungen. Mit wirklich guten Teleskopen ist es sogar möglich, diverse Dunkelgebiete wie “Syrtis Major” oder das “Mare Acidalium” zu sehen. Doch nicht nur das Erdenwetter kann einen Strich durch die Rechnung machen, auch zum Teil wochenlange Sand- und Staubstürme auf dem Mars lassen die Beobachter häufig verzweifeln.
Astronomen der Volkssternwarte Bielefeld empfehlen auf ihrer Homepage, bei der Himmelsbeobachtung ein Stativ zu verwenden. Linsenteleskope eigneten sich wegen ihrer besseren Kontrast- und Lichtleistungen besser als Spiegelteleskope, wobei generell größere Objektivöffnungen bessere Bilder bringen. Um die Detailgenauigkeit zu verbessern, können zusätzlich grüne, blaue oder orangefarbene Filter eingesetzt werden.
ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel





