Zschokke berichtet nun, dass Spinnen ihre Strategien zum Beutefang offenbar schon vor Urzeiten entwickelten. Der von ihm untersuchte Faden ist drei Mikrometer dick und mit winzigen, 7 bis 29 Mikrometer großen, klebrigen Kügelchen versehen. Große und kleine Klebtröpfchen wechseln sich ab, bei einer Dichte von 22 Tropfen pro Millimeter. Genau so sehen heute die Fäden der Spinnenfamilie Araneoidea aus, zu denen zum Beispiel die Kreuzspinnen zählen.
Welchen Art Netz das Gliedertier aus der Kreidezeit gebaut hat, konnte Zschokke anhand des winzigen Fragments allerdings nicht feststellen. Möglicherweise handelte es sich um eines der typischen Radnetze. Zschokke vermutet jedoch, dass der Faden Teil eines so genannten Haubennetzes war. Diese planlos aussehenden Gebilde werden zum Beispiel von den giftigen Schwarzen Witwen gewebt. Haubennetze sind – zumindest heutzutage – die einzigen Spinnennetze, bei denen die Tiere klebrige Fäden an der Baumrinde befestigen.





