Die Weibchen des Afrikanischen Augenfalters suchen sich bei der Partnerwahl die Männchen mit den am stärksten im UV-Licht glitzernden augenähnlichen Flecken auf den Flügeln aus. Große Augenflecken werden hingegen nicht bevorzugt. Das haben amerikanische Forscher festgestellt, als sie das Muster der Unter- und Oberseite der männlichen Flügel bemalten.
Bei den hauptsächlich in Zentralafrika vorkommenden Afrikanischen Augenfaltern Bicyclus anynana entscheiden die Weibchen, ob es zu einer Kopulation zwischen den beiden Partnern kommt oder nicht. Die Flügelunterseite spielt bei dieser Wahl des Geschlechtspartners keine Rolle, stellten die Wissenschaftler in ihrer Untersuchung fest. Als sie jedoch die weiße Pupille auf der Flügeloberseite bei einigen Männchen schwarz übermalten, wurden diese von den Falterweibchen weitaus weniger häufig gewählt. Ebenso schlecht schnitten Männchen mit einer doppelt so großen Pupille als üblich bei den Weibchen ab. Die Weibchen bevorzugen Partner, deren Pupillendurchmesser etwa bei einem halben Millimeter liegt, fanden Monteiro und Robertson heraus.
Um die UV-Reflexion der weißen Pupille zu verhindern, bestrichen die Wissenschaftler diese mit dem Pflanzenextrakt Rutin. Das Ergebnis: Die Schmetterlingsweibchen wählten die Männchen mit einer nicht reflektierenden Pupille ebenso selten aus wie Männchen mit einer schwarz übermalten Pupille. Dies hänge mit dem blitzenden Lichteffekt zusammen, der sich durch die UV-Reflexion ergibt, erklären die Wissenschaftler. Nähert sich das Männchen dem Weibchen an, so flattert es schnell mit seinen Flügeln, wobei das Weibchen die Pupille auf dem Flügel sehen kann. Zum einen werden durch das Flattern Pheromone zu den Antennen des Weibchens versprüht, zum anderen wird das Weibchen dadurch jedoch auch visuell stimuliert.
Weitere Studien sollen nun zeigen, ob die Augenflecken auch bei der Partnerwahl der Männchen eine Rolle spielen. Denn auch die Weibchen tragen auf ihren Flügeln UV-reflektierende Flecken, die jedoch nicht sichtbar sind, wenn die Weibchen ruhen.
Antonia Monteiro und Kendra Robertson ( Universität von Buffalo): Proceedings of the Royal Society: Biological Sciences, Online-Veröffentlichung vom 29. Juni
ddp/wissenschaft.de ? Katharina Schöbi