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Häufiger als gedacht?

Bild der Woche

Häufiger als gedacht?
Potenzielle Polarring-Galaxie NGC 4632
Mit ihrem ASKAP-Radioteleskop konnten Forscher zwei neue potenzielle Polarring-Galaxien beobachten. Eine davon ist die im Bild zu sehende Galaxie NGC 4632 mit ihrem gasförmigen Ring, der senkrecht zur Hauptscheibe der Galaxie rotiert. Das leicht violett gefärbte Gas bewegt sich dabei auf den Beobachter zu, die weiß erscheinenden Wolken von ihm weg. © Jayanne English (U. Manitoba), Nathan Deg (Queen’s U.) & WALLABY Survey, CSIRO / ASKAP, NAOJ / Subaru Telescope

Im Murchison Radio-astronomy Observatory im australischen Bundesstaat Western Australia steht der Australian Square Kilometre Array Pathfinder (ASKAP), ein hochentwickeltes Radioteleskop. Unter der Leitung von Wissenschaftlern der kanadischen Queen’s University nutzte ein internationales Forscherteam das Teleskop zur Beobachtung von Wasserstoffgas in mehr als 600 Galaxien – und entdeckte dabei unerwartet zwei potenzielle Polarring-Galaxien.

Polarring-Galaxien gelten als seltener Galaxientyp, bei dem sich ein Ring aus Sternen und Gas senkrecht zur Hauptscheibe der Galaxie erstreckt. Ihre Entstehung wird zumeist mit der Verschmelzung zweier Galaxien erklärt, bei der eine größere Galaxie eine kleinere „schluckt“. Dass die neuen Galaxien ausschließlich durch die Detektion von Gas identifiziert wurden, lässt die Astronomen vermuten, dass Polarring-Galaxien weit häufiger in unserem Universum existieren könnten als bisher angenommen. Auch die Vereinigung von verschiedenen Galaxien wäre somit möglicherweise keine Seltenheit.

„Polarring-Galaxien gehören zu den spektakulärsten Galaxien des Universums. Unsere Ergebnisse legen nahe, dass ein bis drei Prozent der Galaxien in unserer Nähe gasförmige Polarringe haben könnten, was sehr viel mehr wären, als uns optische Teleskope suggerieren“, erklärt Erstautor Nathan Deg von der Queen’s University. Die eventuell doch nicht so seltenen Galaxien könnten den Forschern helfen, nicht nur die Bildung von Galaxien besser zu verstehen, sondern auch dem Mysterium der Dunklen Materie näher zu kommen. So ist es möglich, die Form der Dunklen Materie einer Galaxie mithilfe ihres Polarrings zu untersuchen.

Das kalte Wasserstoffgas eines Polarrings ist für das menschliche Auge unsichtbar. Doch die von ihm abgegebene Radiostrahlung können Forscher mithilfe von Radioteleskopen messen. Als Expertin für die Erstellung astronomischer Aufnahmen der University of Manitoba, Kanada, entwickelte Jayanne English erste Bilder der Polarring-Galaxien. Dazu kombinierte sie Daten des Subaru-Teleskops auf Hawaii, die die Bilder der Galaxiescheiben lieferten, mit den Daten des ASKAP-Teleskops zur Abbildung der gasförmigen Polarringe. Die Bewegung der Gaswolken machte English durch ihre unterschiedliche Farbe in den Bildern deutlich: Violett gefärbtes Gas bewegt sich auf den Beobachter zu, weiße Wolken entfernen sich von ihm. Im gezeigten Bild ist die als potenzielle Polarringgalaxie neu entdeckte Galaxie NGC 4632 zu sehen.

Im nächsten Schritt wollen die Astronomen die beiden auffälligen Galaxien durch weitere Beobachtungen mit verschiedenen Teleskopen als Polarring-Galaxien bestätigen.

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