Es klingt wie die eierlegende Wollmilchsau: US-Forscher haben sich ein Konzept ausgedacht, mit dem sich verschmutztes oder salziges Wasser in sauberes Trinkwasser umwandeln und gleichzeitig elektrische Energie erzeugen lässt. Kernstücke des dafür nötigen Gerätes sollen eine Metalllegierung und eine Brennstoffzelle sein. Gedacht sind die kompakten Systeme vor allem für Gebiete ohne Trinkwasser- und Stromversorgung sowie für den Einsatz in U-Booten und Katastrophengebieten. Einziges Problem dabei: Bisher existiert der Alleskönner nur auf dem Papier, Erfinder Jerry Woodall von der Purdue Universtiy in West Lafayette hat ihn gerade erst zum Patent angemeldet.
Die Idee von Woodall und seinem Team ist bestechend einfach: Man nehme schmutziges oder salziges Wasser, zerlege es in seine Bestandteile und füttere mit dem Wasserstoff eine Brennstoffzelle. Darin reagiert der Wasserstoff beispielsweise mit dem Luftsauerstoff wieder zu Wasser, wobei chemische in elektrische Energie umgewandelt wird. Die Zelle sollte dabei so ausgewählt werden, dass die Reaktionstemperatur eher hoch ist, damit das Wasser in Form von Dampf entsteht. Darin können Bakterien nämlich nicht überleben, so dass das Wasser nach der Kondensation als Trinkwasser verwendet werden kann.
Das passende Werkzeug für den ersten Schritt haben die Forscher bereits gefunden: Es gelang ihnen, eine Legierung aus Aluminium, Gallium, Indium und Zinn zu entwickeln, die ohne weitere Aktivierung mit Wasser reagiert und es in Wasserstoff und Sauerstoff spaltet. Genutzt werden kann dabei sowohl Abwasser als auch verschmutztes Grund- oder sogar Meerwasser. Als Abfall entstehe lediglich Aluminiumhydroxid, das natürlicherweise in verschiedenen Mineralien enthalten ist ? die Entsorgung sei daher völlig unproblematisch.
Das Gerät selbst, bestehend aus der Legierung, dem Reaktor und der Brennstoffzelle, könnte so gebaut werden, dass es weniger als 50 Kilogramm wiegt und damit sehr mobil und handlich ist, sagen die Forscher. Sogar Kostenberechnungen haben sie bereits angestellt: Ein Liter Trinkwasser könnte demnach für etwas über 30 Cent produziert werden, eine Kilowattstunde Strom würde etwa 23 Cent kosten. Das sei zwar nicht übermäßig billig, kommentiert Woodall, vergleiche man es aber mit dem finanziellen Aufwand, der betrieben werden müsste, um vor Ort ein Kraftwerk und ein Leitungsnetz zu bauen, sei dieser Preis außerordentlich günstig. Die Frage, wann das stromerzeugende Wasseraufbereitungsgerät verfügbar sein könnte, lässt der Ingenieur jedoch offen.
Mitteilung der Purdue University, West-Lafayette wissenschaft.de ? Ilka Lehnen-Beyel