Das System nutzt dabei eine zusätzliche Funkfrequenz, beispielsweise das unregulierte 2,5-Gigahertz-Band. Doch die Forscher halten es auch für möglich, dass ihr System in andere Netzwerke, wie lokale Bluetooth-Netze oder Satelliten-Verbindungen integriert werden kann. Die Netzbetreiber könnten mit dieser Technik ihre vorhandene Infrastruktur besser auslasten und zugleich Frustration der Mobil-Telefonierer über ausgelastete Netze vermeiden. “Ein Ausbau der Netze mit weiteren Basisstationen lässt sich kaum kostengünstig bewältigen. Daher ist eine Kombination der beiden Systeme eine gute Idee”, so Qiao.
Zu Silvester, auf gut besuchten Messen oder in Notfällen sind einzelne Funkzellen in Handynetzen so überlastet, dass nicht jeder eine freie Leitung bekommt. Mit einer kostengünstigen und mobilen Zusatzstation wollen Entwickler der University at Buffalo solche Nutzungsspitzen auffangen, indem sie die Gespräche auf benachbarte Funkzellen mit freien Kapazitäten umleiten. Dieses iCAR-Sytem (integrated Cellular Ad hoc Relay) präsentieren die Wissenschaftler auf der diesjährigen International Conference on Communications in Helsinki.
Das Ziel ist, einen günstigen Weg zufinden, um den Gesprächsverkehr dynamisch auszubalancieren”, so Entwickler Chunming Qiao. Die kleinen iCAR-Stationen können schnurlos und flexibel in bestehenden Funkzellen eingesetzt werden. Ein zusätzlicher Ausbau der Funkkapazitäten mit aufwändigen Stationen auf Dächern oder Kirchtürmen entfällt. Zwar beträgt die Reichweite dieser Systeme nur wenige hundert Meter, doch reicht die Sendestärke aus, um überschüssiger Gespräche auf benachbarte Funkzellen umzuleiten. Automatisch findet die iCAR-Station freie Kapazitäten und baut innerhalb von Millisekunden eine Umleitung aus der überlasteten Funkzelle auf.
Jan Oliver Löfken





