Die Endlagerung von hochradioaktivem Atommüll ist weiterhin ein Problem. Experten äußern immer wieder Zweifel an der gängigen Praxis des Verglasens, da das Glas durch geologische Prozesse brechen und undicht werden könnte. Als vielversprechender Kandidat für den Bau von Behältern zur Lagerung von Atommüll wird das sehr widerstandsfähige Zirkon (ZrSiO4) gehandelt – ein Mineral aus der Gruppe der Silikate. Doch neueste Forschungen haben gezeigt, dass auch Zirkon ungeeignet als Schutzmantel um den gefährlichen Abfall ist.
Wissenschaftler um Ian Farnan von der britischen University of Cambridge hatten Zirkon Plutonium 239 ausgesetzt, das in Kernkraftwerken anfällt, und dabei mithilfe der magnetischen Kernresonanzspektroskopie die atomaren Prozesse im Zirkon beobachtet. Ergebnis: Jedes Alpha-Teilchen, das das radioaktive Plutonium aussandte, kollidierte mit 5000 Zirkon-Atomen. Erwartet hatten die Forscher maximal 2000 Zusammenstöße.
Farnan berechnete, dass durch den radioaktiven Dauerbeschuss Schutzbehälter aus Zirkon bereits nach 210 Jahren beginnen könnten, undicht zu werden. Diese Zeit reicht jedoch bei Weitem nicht aus, um Plutonium 239 in Schach zu halten. Denn der Stoff hat eine Halbwertszeit von 24 000 Jahren, und erst nach 241 000 Jahren ist seine Strahlung nahezu abgeklungen.





