Zum Inhalt springen
Bild der Wissenschaft
AnmeldenAbonnieren
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Rezensionen
  • Podcast
  • BDW Plus
Bild der Wissenschaft
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Kolumnen
  • Nachgefragt
  • Rezensionen
  • Podcast
  • Lexikon
Wissenschaft-Newsletter
Die wichtigsten Entdeckungen der Woche direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • Einzelheftverkauf
  • BILD DER WISSENSCHAFT Marktplatz

Unsere Partner

  • Fraunhofer IPA
  • Leibniz-Institut ifl
  • wissen.de
  • ScienceBlogs
  • experimenta
  • Wissenschaftspodcasts

Info

  • AGB
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen
  • Datenschutzeinstellungen

Kontakt zur Redaktion

BILD DER WISSENSCHAFTErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Tel: +49 (0)711 7594-392
E-Mail: wissenschaft@konradin.de
Folgen Sie uns
Konradin Mediengruppedamals.denatur.de
© 2026 Bild der Wissenschaft
Startseite/Technik & Digitales/Artikel
Zerreißprobe für Hopfionen
Technik & Digitales

Zerreißprobe für Hopfionen

Magnetische Knotenspiele: Physiker haben erstmals nachgewiesen, dass sich die exotischen Hopfion-Ringe kontrolliert zerteilen lassen – dies ist wichtig für künftige spintronische Computer und Datenspeicher. Hopfionen sind magnetische 3D-Strukturen in Materialien, die durch eine bestimmte Anordnung von atomaren Spins…
Autor
Redaktion
15. Mai 2026
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Technik & Digitales

Unter Magneteinfluss können manche Materialien exotische Spinstrukturen ausbilden – aus den atomaren Spins der Teilchen gebildete geometrische Gebilde mit speziellen, teilchenähnlichen Merkmalen. Dazu gehören wirbelähnliche Skyrmionen, aber auch die erst vor wenigen Jahren erstmals experimentell nachgewiesenen Hopfionen. Bei diesen handelt es sich um ringförmige 3D-Strukturen, die als magnetisches Pendant zu klassischen Knoten gelten.

Der Clou dabei: Solche Knoten sind topologische Objekte. Das bedeutet, dass sich ihre Grundmerkmale, wie beispielsweise die Zahl der Schlaufen und Fadenkreuzungen, nicht durch bloße Deformation verändern lassen. Wegen ihrer Stabilität gelten solche magnetischen Knotenstrukturen als vielversprechende Träger quantenphysikalischer Information, beispielsweise in Quantencomputern oder neuartigen Magnetspeichern. Dafür ist es jedoch nötig, die durch die sogenannte Hopf-Zahl ausgedrückte Topologie der Hopfionen aktiv zu kontrollieren.

Hopfion-Teilung
So könnten Hopfionen zerteilt werden: Entscheidend dafür ist ein von der Metallunteralge in das magnetische Material eindringender Spinstrom. © Kasai et al/ APS Open Science, CC-by 4.0

Aus einem mach zwei oder vier

An diesem Punkt ist Physikern nun ein wichtiger Fortschritt gelungen. Ein Team um Shoya Kasai von der Universität Tokio hat erstmals herausgefunden, wie sich Hopfionen teilen lassen. Dabei entstehen aus einem Hopfion-Ring mit einer hohen Hopf-Zahl mehrere neue Hopfionen mit niedrigeren Hopf-Zahlen. Welche Hopfionen entstehen, folgt dabei einer einfachen Logik: Die Hopf-Zahl muss vor und nach dieser Teilung gleich bleiben. Ein vierzähliges Hopfion kann daher in zwei Zweier-Ringe oder vier Einer-Hopfionen geteilt werden.

“Diese Erkenntnis ebnet den Weg zu einer hierarchischen und dynamischen Kontrolle der Knotentopologie, die in mehreren Fachgebieten breit anwendbar ist“, konstatieren die Physiker. Denn die ringförmigen Spinstrukturen bilden damit relativ störungsresistente magnetische Speichereinheiten, die trotz ihrer Stabilität gezielt manipuliert werden können.

Spinstrom als Steuerelement

Möglich ist die kontrollierte Aufspaltung der Hopfionen durch sogenannte Spin-Bahn-Drehmomente, englisch Spin Orbit Torque (SOT). Sie entstehen, wenn eine Schicht eines ferromagnetischen Materials mit einer darunterliegenden Schicht aus einem Schwermetall kombiniert wird. Legt man an das Schwermetall eine Spannung an, erzeugt diese einen senkrecht zur Metallschicht verlaufenden Spinstrom. Bei diesem fließen Elektronen mit gleichgerichtetem Spin in eine Richtung, Elektronen mit dem genau entgegensetzten Spin in die andere Richtung. Anders als beim elektrischen Strom werden so keine Ladungen transportiert.

Wenn der Spinstrom in das magnetische Material gelangt, wirkt er auf die dort vorhandenen Hopfionen und zieht diese Ringe auseinander, wie die Physiker erklären. Überschreitet der Spinstrom eine bestimmte Intensitätsschwelle, zerreißen die Hopfion-Ringe. „Der Spinstrom verursacht die Teilung der Hopfionen und hinterlässt mehrere Hopfionen mit niedrigeren Hopf-Zahlen“, schreiben Kasai und seine Kollegen.

Erster Schritt zu spintronischen Rechnern?

„Diese Kontrollierbarkeit der Knotentopologie ist eine einzigartige Eigenschaft der Hopfionen, sie können dadurch mit beliebigen Hopf-Zahlen stabilisiert werden“, so die Physiker. „Unsere Ergebnisse ebnen damit den Weg für Hopfion-basierte mehrstufige Speichergeräte, die die topologischen Freiheitsgrade von Knoten und deren Spinstrom-gesteuerte Konvertibilität nutzen.“ Bis zum ersten mit Hopfionen arbeitenden Computer oder Datenspeicher sind allerdings noch einige Herausforderungen zu bewältigen.

Quelle: Shoya Kasai (University of Tokyo) et al., APS Open Science, 20ß26; doi: 10.1103/ngvg-h27j

Mehr aus Technik & Digitales

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Technik & Digitales.

Alle Technik & Digitales-Artikel
Agenten unter uns
BDW PlusTechnik & Digitales

Agenten unter uns

11. Juni 2026

Künstliche Intelligenz kann immer mehr. So passen sich KI-Agenten an veränderte Situationen an, handeln und entscheiden eigenständig und…

Fake Reviews und Desinformation: Herausforderungen für die digitale Glaubwürdigkeit
Technik & Digitales

Fake Reviews und Desinformation: Herausforderungen für die digitale Glaubwürdigkeit

4. Juni 2026

Menschen orientieren sich bei Entscheidungen an den Erfahrungen anderer. Dieses als „Social Proof“ bekannte psychologische Phänomen…

Künstliche Intelligenz: Umwelt-Fußabdruck größer als gedacht?
Technik & Digitales

Künstliche Intelligenz: Umwelt-Fußabdruck größer als gedacht?

3. Juni 2026

Der KI-Boom bringt immer leistungsstärkere KI-Modelle hervor, immer mehr Menschen nutzen die Technologie. Einem neuen Bericht zufolge…

Wie Roboter für das Leben lernen
BDW PlusTechnik & Digitales

Wie Roboter für das Leben lernen

2. Juni 2026

Damit Roboter sinnvoll handeln können, reicht es nicht, Texte und Bilder aus dem Internet zu nutzen. KI-Roboter brauchen außerdem perfekte…

← Zurück zu Technik & DigitalesZur Startseite