Ein System, mit dem querschnittsgelähmte Klavierspieler das rechte Pedal ihres Instruments bedienen können, hat Rüdiger Rupp von der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg vorgestellt. Er entwickelte es gemeinsam mit der Bayreuther Klaviermanufaktur Steingraeber & Söhne. Mit dem rechten Pedal ist es möglich, die Töne mehr oder weniger stark zu dämpfen – eine für viele Stücke wichtige Klangvariante.
Rupps Verfahren basiert auf einer Beißschiene im Mund des Pianisten, in der sich ein empfindlicher Drucksensor befindet. Ein winziger Sender in der Wangentasche des Musikers funkt die Signale des Sensors an einen Elektromotor im Pedal. Je stärker der Klavierspieler die Zähne zusammenbeißt, desto stärker wird das Pedal gedrückt.
Der entscheidende Vorteil gegenüber anderen Techniken zur ferngesteuerten Pedalsteuerung, die bereits auf dem Markt sind: Der Pianist kann das Pedal stufenlos kontrollieren und nicht nur an- und ausschalten. So sind zum Beispiel Halb- oder Flatterpedal möglich. Außerdem ist eine aufwendige Verkabelung überflüssig.
Die Entwicklung ging auf die Anfrage eines norwegischen querschnittsgelähmten Berufspianisten zurück. Die neue Pedalsteuerung soll in etwa zwei Jahren auf den Markt kommen. Über den Preis ist bisher noch nichts bekannt.





