Als langjähriger ehemaliger Mitarbeiter in leitender Funktion im Bundesamt für Strahlenschutz bei der Konzipierung, Planung und vor allem Durchführung des Planfeststellungsverfahrens des Endlagers „Schacht Konrad” bei Salzgitter möchte ich den beiden Autoren Martin Borré und Konstantin Zurawski für ihre drei Beiträge meine Anerkennung aussprechen. Sie haben die Thematik und den Stand der Dinge in sachlich korrekter, allgemeinverständlicher Weise dargestellt. Auch ihr Plädoyer für mehr Transparenz bei der Suche für einen möglichen Standort (Gorleben) ist im Grunde richtig.
Nur kann man die Vergangenheit nicht einholen (man würde heute in Deutschland vieles anders machen), sondern man muss die Gründe für die damalige Entscheidung – immerhin vor 30 Jahren! – für den Erkundungsstandort Gorleben darlegen. Das Argument, erst die zusätzliche Erkundung eines zweiten oder dritten Standortes zum Vergleich würde die Bürger von der eventuellen Eignung vor Gorleben überzeugen, kann ich in dieser Strenge nicht akzeptieren: Hier muss – wie im Artikel „Wie mit der Angst umgehen?” beschrieben – an erster Stelle „die Kraft der Argumente” unter „Einbeziehung aller relevanten Werte und Interessen” stehen.
Eine Erkundung weiterer Standorte, die äußerst aufwendig ist, kann nur unter dem Aspekt „eventuelle Nicht- Eignung von Gorleben” gese- hen werden – nicht als Mittel zur besseren Akzeptanz eines (bei Eignung) Endlager-Standortes Gorleben. Auch bei Schacht Konrad hat es wegen der hohen „Eignungshöffigkeit” keine weitere Standorterkundung gegeben.
Dr. Dietrich Ehrlich, Schwülper
Diese Artikel bringen leider keine neuen Gedanken. Alles ist schon oft und immer wieder öffentlich diskutiert worden. Einen wesentlichen Aspekt vermisse ich aber: Wer schützt eigentlich die Endlager vor der Menschheit?
60 Jahre nach dem Weltkrieg gibt es immer noch unbekannte Bunker und Bombenlager. Bei Bauarbeiten zu einem S-Bahn-Tunnel in München versuchen Archäologen nur zwei Meter unter der Erdoberfläche zu ergründen, wie man vor 150 Jahren Häuser gebaut und bewohnt hat. Wie soll man das Wissen über atomare Endlager über Zehntausende oder gar Hunderttausende von Jahren im allgemeinen Gedächtnis behalten, wenn wir schon jetzt vieles Wissen nicht über eine Generation weitergeben können?
Walter Immler, per E-Mail
ÖKOSIEG GEGEN BLATTLÄUSE
bdw-Nachrichten Heft 8/2011
Blattläuse sitzen auf der Blattunterseite und stechen die Blattadern an, um an den Saft im Phloem (Siebteil des Leitungsbündels, Anm.d.Red.) zu gelangen. Er enthält Zucker und Aminosäuren. Aminoverbindungen werden von den Läusen dringend für ihren Eiweißaufbau gebraucht, den vielen Zucker können sie nicht verwerten und scheiden ihn als Honigtau wieder aus.
Der Anteil der Aminoverbindungen im Saft der Siebröhren ist umso höher, je besser die Pflanzen mit Stickstoff versorgt sind. Deshalb bevorzugen Läuse gut mit Stickstoff gedüngte Pflanzen, und die sind im konventionellen Anbau viel weiter verbreitet als auf Öko-Feldern. Warum haben sich die Würzburger Biologen so komplizierte Erklärungen einfallen lassen und nicht an die einfache Beziehung zwischen Stickstoffdüngung und Blattlausbefall gedacht?
Ernst Schwemmer, per E-Mail
TSUNAMI IM KOPF
Heft 8/2011
Ich bin selber Migräniker. Aber seit einigen Jahren mindern die Anfälle meine Lebensqualität kaum noch, da ich ein unerwartetes Mittel dagegen gefunden habe: Bier. Wenn ich 330 bis 500 Milliliter zu Beginn der Aura oral einnehme, treten die Kopfschmerzen nicht mehr auf. Die Überempfindlichkeit wird verringert, und ich kann sogar meine Arbeit bis zum Feierabend fortführen (als Software-Entwickler am Bildschirm, wohlgemerkt).
Nachdem kein spezielles Migränemedikament oder Schmerztabletten bei mir gewirkt haben, ist es mir wichtig, dass andere Migräniker von diesem Mittel erfahren. Verglichen mit den schlimmen, zwei Tage dauernden Anfällen von früher fühle ich mich praktisch beschwerdefrei und habe keine Angst mehr vor Migräne.
Leif Matthiessen, per E-Mail
GROSSE WORTE
bdw-Nachrichten Heft 8/2011
Über das hübsche Bonmot auf Seite 9, dass „Politiker die Statistik benutzen wie ein Betrunkener einen Laternenpfahl, mehr zur Stütze ihres Standpunktes, als um eine Sache zu erhellen”, habe ich mich – wieder mal – amüsiert. Wenn Sie aber das Zitat Gerd Bosbach zuschreiben, schmücken Sie ihn mit fremden Federn.
Der Spruch ist unter Mathematikern recht gut bekannt. Die meisten kennen ihn wahrscheinlich aus dem unterhaltsamen Büchlein „So lügt man mit Statistik” von Walter Krämer, das vor über 20 Jahren zum ersten Mal erschienen ist (eine Neuauflage dieses Buchs wurde in Heft 9/2011 auf S. 84 rezensiert, Anm.d.Red.). Dort wird das Zitat auf Seite 8 dem amerikanischen Literaten Andrew Lang zugesprochen, der von 1844 bis 1912 gelebt hat.
Dr. Ulrich Benz, per E-Mail
UNSTERBLICH – WARUM NICHT?
Heft 8/2011
Die Sache ist doch eigentlich ganz einfach: Ohne Tod keine Fortpflanzung und ohne Fortpflanzung keine Evolution. Nur der Tod schafft den notwendigen Platz für neue Individuen, nur durch Fortpflanzung kommt es zu Veränderungen und damit zur Evolution. Ohne Tod wäre die Welt also tödlich langweilig.
Richard Albrecht, per E-Mail
DER ASKET AUS WOLFSBURG
Heft 9/2011
Die Bilder im Artikel sind alles andere als vom XL1 – sie sind vom L1, wie ja auch draufsteht. Die Fotos des XL1 sind schon lange verfügbar, es ist mir schleierhaft, warum Sie die nicht bringen. Vor allem, weil der gesamte Artikel sich auf das neuere Fahrzeug (Qatar Motor Show) bezieht.
Gernot Kubis, per E-Mail
Herr Kubis hat recht – wir zeigen hier bußfertig den von einem Zweizylinder-TDI-Verbrennungsmotor und einem Elektromotor angetriebenen XL1. Wir bitten um Entschuldigung! Die Redaktion





