Auf zehn bis zwanzig Meter genau kann jeder heute seine Position über das Global-Positioning-System (GPS) bestimmen. Forscher der Europäischen Weltraumbehörde ESA haben aber nun eine pfiffiges System entwickelt, mit dem die Genauigkeit auf ein bis zwei Meter zu steigern ist. Diese Korrekturdaten des Signal-in Space (SISnet) Service lassen sich via Internet abrufen.
Zum ersten Mal konnten wir sowohl die Genauigkeit des Systems als auch die Echtzeit-Lieferung der Daten über das Internet demonstrieren, fasst Javier Ventura-Traveset, Entwickler von SISnet einen Probelauf in Finnland zusammen. Dabei statteten sie einen Handheld-Computer mit einem GPS-Empfänger und einer GRPS-Karte aus.
Im Großraum um Helsinki empfingen sie das klassische GPS-Signal mit rund 15 Meter Genauigkeit. Parallel allerdings wurden diese Daten mit einem Korrektur-System des ESA – EGNOS – über eine mobile Internet-Verbindung überprüft. Als Ergebnis bekommt der Autofahrer nicht nur die Information, wie verlässlich seine derzeitige GPS-Position ist, sondern kann die Genauigkeit auf Werte unter zwei Metern erhöhen.
EGNOS selbst gilt als erster Schritt Europas in Richtung Satelliten-Navigation. Drei Satelliten in einer geostationären Umlaufbahn sowie ein Netzwerk aus Sendestationen auf der Erde können die Signale des amerikanischen GPS und des russischen GLONASS-Systems auf ihre Genauigkeit überprüfen und gegebenenfalls korrigieren. Der Ursprung von EGNOS liegt unter anderem darin, dass die Amerikaner das öffentlich empfangbare GPS-Signal in seiner Genauigkeit bewusst reduzieren. Dieser Fehler kann durch EGNOS wieder herausgefiltert werden.
Die Lieferung der EGNOS-Daten über das Internet sehen die ESA-Entwickler als eine wichtige Vorbereitung für ihr Galileo-Positionssystem. Wenn ab 2008 die Satelliten dieses europäischen Systems für die Ortsbestimmung zur Verfügung steht, soll es ebenfalls mit einem Internet-Service gekoppelt werden. Sollte der Empfang der Daten aus dem All nicht jederzeit möglich sein ? wie zum Beispiel in engen Häuserschluchten ? kann eine mobile Internetverbindung diese Informationslücke kurzfristig überbrücken.
Jan Oliver Löfken





