von TIM SCHRÖDER
Gerade einmal fünf Grad hat das Wasser im Rhein bei Mannheim in der Winterzeit. Nach menschlichem Empfinden ist das ziemlich kalt. Doch seit Oktober 2023 ist das kalte Flusswasser ein heißes Thema. Seitdem gewinnt die Mannheimer Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (MVV) daraus Wärme für das städtische Fernwärmenetz. Dafür betreibt sie jetzt auf dem weitläufigen Gelände ihres Kohlekraftwerks eine sogenannte Großwärmepumpe. Diese entzieht dem Rheinwasser seine Restwärme und erreicht damit über Wärmetauscher eine Temperatur von 99 Grad Celsius – genug für die Fernwärmeleitung. Die Wärmepumpe, die einen Maschinenraum von der Größe einer Turnhalle füllt, hat eine Leistung von etwa 20 Megawatt und kann damit 3.500 Haushalte beliefern. Das ist wenig im Vergleich zu den 120.000 Haushalten, die das Kohlekraftwerk bisher mit Fernwärme versorgt. Aber ein Anfang ist gemacht: Mit der Großwärmepumpe setzt die MVV jetzt ein Zeichen für nachhaltige Energieversorgung.





