Zum Inhalt springen
Bild der Wissenschaft
AnmeldenAbonnieren
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Rezensionen
  • Podcast
  • BDW Plus
Bild der Wissenschaft
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Kolumnen
  • Nachgefragt
  • Rezensionen
  • Podcast
  • Lexikon
Wissenschaft-Newsletter
Die wichtigsten Entdeckungen der Woche direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • BILD DER WISSENSCHAFT Marktplatz

Hefte

  • Sonderhefte
  • Einzelhefte

Unsere Partner

  • Fraunhofer IPA
  • Leibniz-Institut ifl
  • wissen.de
  • ScienceBlogs
  • experimenta
  • Wissenschaftspodcasts

Info

  • AGB
  • Mediadaten
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen

Kontakt zur Redaktion

BILD DER WISSENSCHAFTErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Tel: +49 (0)711 7594-392
E-Mail: wissenschaft@konradin.de
Folgen Sie uns
Konradin Mediengruppedamals.denatur.de
© 2026 Bild der Wissenschaft
Startseite/Technik & Digitales/Artikel
Wie künstliche Intelligenz Ärzte unterstützen könnte
Technik & Digitales

Wie künstliche Intelligenz Ärzte unterstützen könnte

Wie können fortschrittliche KI-Modelle dabei helfen, bessere medizinische Diagnosen und Behandlungspläne zu erstellen? · Foto: Sansert Sangsakawrat, iStock

Medizinische Diagnosen zu stellen und Behandlungspläne zu entwerfen, ist bislang eine Aufgabe von Ärzten. Doch ein fortschrittliches KI-Modell könnte dazu ähnlich gut oder sogar besser in der Lage sein. Das zeigt eine Studie, die für zahlreiche echte Patientenfälle ärztliche und KI-generierte Diagnosen und Entscheidungen verglichen hat. Vor allem wenn es darum ging, in der Notaufnahme schnelle Entscheidungen auf Basis begrenzter Information zu treffen, zeigte sich die KI gegenüber menschlichen Ärzten überlegen. Aus Sicht der Forschenden implizieren die Ergebnisse nicht, dass KI Ärzte ersetzen könnte. Als Unterstützung für medizinisches Fachpersonal könnten sie jedoch womöglich die Patientenversorgung verbessern.
Autor
ksand
30. April 2026
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Technik & Digitales

KI-Sprachmodelle werden an großen Datenmengen trainiert, um möglichst menschenähnliche Antworten zu geben. Sie können Informationen analysieren und zusammenfassen, auf Fragen antworten und scheinbar empathisch auf menschliche Probleme eingehen. Doch gerade in sensiblen Bereichen gilt stets die Devise, dass man sich auf die KI-generierten Angaben nicht verlassen sollte. Denn da die Sprachmodelle lediglich Muster auswerten und reproduzieren, kann es leicht zu Fehlern kommen. Als besonders kritisch gelten Gesundheitsinformationen. Auch wenn inzwischen mehr und mehr Privatpersonen ChatGPT und Co zu ihren Symptomen befragen und sich medizinischen Rat erhoffen, haben bisherige Studien gezeigt, dass die KI zwar überzeugend und hilfreich klingen kann, teils aber gefährliche Fehlinformationen liefert.

Besser als Ärzte?

Zugleich werden KI-Modelle, die mit echten oder konstruierten medizinischen Fallberichten konfrontiert werden, immer besser darin, korrekte Diagnosen und Behandlungsvorschläge zu generieren. Wie gut sie darin schon sind, zeigt nun eine Studie von einem Team um Peter Brodeur vom Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston. Die Forschenden ließen das Sprachmodell o1 von OpenAI zahlreiche standardisierte klinische Fälle sowie echte Fälle aus Notaufnahmen bewerten und verglichen seine Leistung dabei sowohl mit anderen KI-Modellen als auch mit der von menschlichen Ärzten.

Für die Studie bewerteten andere Ärzte die jeweiligen Diagnosen und Entscheidungen, ohne zu wissen, ob sie von einem Menschen oder von einer KI stammten. Das Ergebnis: „In allen Experimenten übertraf OpenAI o1 die Referenzwerte der menschlichen Ärzte und zeigte eine kontinuierliche Verbesserung gegenüber früheren Generationen klinischer KI-Entscheidungshilfen“, berichtet das Forschungsteam. So lieferte o1 im Vergleich zu menschlichen Ärzten häufiger korrekte Diagnosen und traf häufiger die richtigen Entscheidungen für den weiteren Behandlungsverlauf.

Vorteil in Akut-Situationen

„Die Leistungsunterschiede waren besonders ausgeprägt bei Fällen aus der Notaufnahme, wo die wenigsten Informationen über den Patienten vorliegen und die größte Dringlichkeit besteht, die richtige Entscheidung zu treffen“, berichten Brodeur und seine Kollegen. Während Ärzte hier aufgrund der begrenzten Informationen nur in etwa der Hälfte der Fälle richtig entschieden, lag die KI immerhin in etwa zwei Drittel der Fälle richtig. Dabei war sie in der Lage, auch fragmentierte, unstrukturierte Daten aus den Krankenakten effektiv zu nutzen.

Aus Sicht der Forschenden können diese Ergebnisse gravierende Auswirkungen auf die zukünftige medizinische Versorgung haben. „Obwohl der Einsatz von KI zur Unterstützung klinischer Entscheidungen manchmal als risikoreiches Unterfangen angesehen wird, könnte eine stärkere Nutzung dieser Werkzeuge dazu beitragen, die menschlichen und finanziellen Kosten von Diagnosefehlern, Verzögerungen und mangelndem Zugang zu mindern“, schreiben sie.

Kein Ersatz für Menschen

Einen Ersatz für menschliche Ärzte kann „Doktor-KI“ aus Sicht von Brodeur und seinem Team nicht darstellen. „Diagnosen sind wichtig, aber sie sind nicht alles in der Medizin“, erklärt Brodeurs Kollege Adam Rodman. Beispielsweise kommt es in der Notaufnahme nicht unbedingt darauf an, sofort die passende Diagnose zu kennen. Stattdessen geht es zunächst darum, kritisch gefährdete Patienten zu stabilisieren und anschließend die weiteren Behandlungsschritte einzuleiten. KI kann dabei womöglich eine hilfreiche Unterstützung liefern, aber nicht allein agieren. Zudem wurden in der Studie nur textbasierte Informationen getestet, während Bereiche wie auditive und visuelle Informationen, die in der klinischen Praxis ebenfalls wichtig sind, ausgespart wurden.

„Ich möchte nicht, dass irgendwelche KI-Arzt-Unternehmen versuchen, Ärzte aus dem Prozess herauszudrängen oder nur eine minimale klinische Aufsicht vorsehen. Als einer der leitenden Autoren dieser Studie glaube ich nicht, dass unsere Ergebnisse dies stützen“, sagt Rodman. „Was diese Ergebnisse hingegen stützen, ist eine solide und ehrgeizige Forschungsagenda, um herauszufinden, wie wir diese Technologien nutzen können, um das Leben der Patienten zu verbessern.“ Wichtig seien deshalb zukünftige Studien, die testen, inwieweit Ärzte mit KI-Unterstützung tatsächlich bessere Entscheidungen treffen, die sicher, wirksam und gerecht sind.

Quelle: Peter Brodeur (Beth Israel Deaconess Medical Center, Boston, Massachusetts, USA) et al., Science, doi: 10.1126/science.adz4433

Mehr aus Technik & Digitales

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Technik & Digitales.

Alle Technik & Digitales-Artikel
KI-Agent bricht aus und wird zum Hacker
Technik & Digitales

KI-Agent bricht aus und wird zum Hacker

23. Juli 2026

Kontrollverlust: Eine künstliche Intelligenz hat sich aus ihrer Testumgebung befreit, Zugang zum Internet erlangt und sich autonom in eine US-Firma gehackt.

Mit Wasserstoff in die Zukunft
BDW PlusTechnik & Digitales

Mit Wasserstoff in die Zukunft

21. Juli 2026

In Lubmin beginnt die Umrüstung unseres Gasnetzes auf Wasserstoff. Er soll als klimaneutraler Energieträger fossiles Erdgas ersetzen. Doch noch bremsen…

Wie klimafreundlich sind Plug-in-Hybride wirklich?
Technik & Digitales

Wie klimafreundlich sind Plug-in-Hybride wirklich?

20. Juli 2026

Neue Tests zeigen, wann und warum Hybridautos mehr Kraftstoff verbrauchen und mehr CO2 ausstoßen als von Herstellern angegeben.

Konkurrenz für Europas Chip-Wundermaschine?
BDW PlusTechnik & Digitales

Konkurrenz für Europas Chip-Wundermaschine?

17. Juli 2026

Die USA haben es auf eine der wichtigsten Technologien Europas abgesehen. Nein, ich meine nicht das Faxgerät. Gemeint sind die Maschinen, mit denen die…

← Zurück zu Technik & DigitalesZur Startseite