Im menschlichen Körper verhindern Radikalfänger und Antioxidantien Zellschäden, indem sie reaktive Atome abfangen. Dieses Prinzip wandten die Wissenschaftler nun auch auf antike Schriftstücke an: Antioxidantien und Halogenide binden die Kupferatome und verhindern so den Zerfall des Dokuments, Alkalisalze machen das Papier weniger sauer. Angewendet werden diese chemischen Substanzen in einer organischen Lösung aus Heptan und Ethanol ? Stoffe, die schnell verdampfen und deshalb leicht vom Papier entfernt werden können.
Die Konservierungsmethode von Kolar ist die erste, die nicht auf Wasser basiert. Deshalb kann sie auf Dokumente angewendet werden, ohne dass lösliche Beschriftungen weggewaschen oder die Ledereinbände ruiniert werden. Zudem quellen die Bücher nicht auf, wie sie es üblicherweise tun, wenn sie in Kontakt mit Wasser kommen. Die Lebenserwartung antiker Dokumente soll durch diese Behandlung um mehr als das Zehnfache erhöht werden, erklärt Kolar. Weitere Untersuchungen sollen die Anwendbarkeit dieser Konservierungsmethode auf Leder und Seide überprüfen.
Nature, Online-Dienst
(doi:10.1038/news050905-7)




