In den USA sind selbstfahrende Autos bereits auf den Straßen einiger Städte unterwegs. Dort werden nicht nur regelmäßig neue Modelle mit Testfahrern an Bord getestet, die zur Not eingreifen könnten. Auch fahrerlose Robotaxis sind unter anderem in Kalifornien bereits an der Tagesordnung. In Deutschland hat die Bundesregierung im Jahr 2021 zwar mit einem Gesetz die Grundlagen dafür gelegt, autonome Fahrzeuge auch in den deutschen Straßenverkehr zu integrieren. Bislang gibt es hierzulande allerdings lediglich Assistenzsysteme, die menschliche Fahrer in bestimmten Situationen unterstützen, etwa beim Einparken oder beim Abstand- und Spurhalten auf der Autobahn.
Unfallstatistiken im Vergleich
Doch wie sicher sind Robotaxis und Co. im Vergleich zu menschengesteuerten Fahrzeugen? Vor allem in den USA sorgt diese Frage für große Debatten, die auch von einer widersprüchlichen Studienlage befeuert werden. Mohamed Abdel-Aty und Shengxuan Ding von der University of Central Florida in Orlando haben nun mit Hilfe einer Fall-Kontroll-Studie verglichen, wie zuverlässig selbstfahrende und menschengesteuerte Fahrzeuge im Vergleich sind. Dazu nutzten sie Unfalldaten von 2100 autonomen Fahrzeugen, vor allem aus Kalifornien, sowie von 35.133 von Menschen gesteuerten Fahrzeugen. Alle Daten wurden zwischen 2016 und 2022 erhoben.
Das Ergebnis: „Die Analyse deutet darauf hin, dass Unfälle mit Fahrzeugen, die mit fortschrittlichen Fahrsystemen ausgestattet sind, in den meisten ähnlichen Unfallszenarien eine geringere Wahrscheinlichkeit haben als Unfälle mit Fahrzeugen, die von Menschen gesteuert werden“, berichtet das Team. Das galt sowohl für routinemäßige Fahraufgaben wie das Einhalten der Fahrspur und das Anpassen an den Verkehrsfluss, als auch für verschiedene komplizierte Verkehrssituationen. So kamen Auffahrunfälle mit selbstfahrenden Autos 0,5-mal seltener vor als bei menschlichen Fahrern; Unfälle, bei denen ein Auto ein anderes seitlich streift, waren 0,2mal seltener.
Schwächen in der Dämmerung und beim Abbiegen
Die Daten enthüllten allerdings auch zwei bedeutende Schwächen von autonomen Fahrsystemen: Bei schlechten Lichtverhältnissen, insbesondere in der Dämmerung, kam es mehr als fünfmal häufiger zu Unfällen mit selbstfahrenden Autos im Vergleich zu Fahrzeugen mit einem Menschen am Steuer. „Das könnte darauf zurückzuführen sein, dass die verwendeten Sensoren und Kameras nicht in der Lage sind, sich schnell an veränderte Lichtverhältnisse anzupassen, was ihre Fähigkeit, Hindernisse, Fußgänger und andere Fahrzeuge zu erkennen, beeinträchtigen könnte“, erklären Abdel-Aty und Ding. Auch beim Abbiegen waren die autonomen Systeme Menschen unterlegen: Hier waren sie fast doppelt so oft in Unfälle verwickelt.





