Nach Angaben der Deutschen Bahn AG werden etwa 64.000 Weichen beheizt ? in der Regel mit elektrischen Widerstands- oder Gasheizungen. Diese Systeme erfordern einen geringen Investitionsaufwand und arbeiten auch bei extremen Witterungsbedingungen zuverlässig. Der Energieaufwand ist allerdings erheblich. Deutliche Energieeinsparungen von mehr als 40 Prozent erzielen dagegen bereits schon jetzt geothermische Weichenheizungen, die seit einigen Jahren als Alternative eingesetzt werden. Sie nutzen Wärme aus dem Erdreich oder dem Grundwasser, die per elektrisch betriebener Wärmepumpe gewonnen wird.
Das neue Verfahren kann nun auch noch auf diesen Energieverbraucher verzichten – und zwar durch die Nutzung der Eigenschaften von Kohlendioxid: Dabei zirkuliert das CO2 unter hohem Druck in einem Wärmerohr im Erdreich unter der Weiche. Am unteren Ende des Rohrs nimmt es aus der Erde die Wärme auf, verdampft dabei und steigt nach oben. Dort gibt es die Wärme über einen direkt an der Weiche befindlichen Kondensator ab und verflüssigt sich wieder. Damit lässt sich für die Weichen eine verlässliche Arbeitstemperatur von 6 bis 10 Grad Celsius bereitstellen, ohne Hilfsenergien, Steuerungen oder Pumpen zu benötigen.
Das System erfordert höhere Investitionskosten als die konventionellen Systeme, aber bezogen auf die gesamte Nutzungszeit liegen die Lebenszykluskosten um mehr als 60 Prozent niedriger, so die Berechnungen der Entwickler. Einsatzmöglichkeiten für derartige Systeme bestehen in vielen Ländern der Welt.





