Warum fliegt ein Hubschrauber? Diese Frage beantwortete soeben Ewald Krämer im Rahmen der ersten Veranstaltung einer Kinder-Uni im 11 000-Einwohner-Städtchen Lauffen am Neckar. Zehn Jahre nach der ersten Kinderuniversität Deutschlands in Tübingen hat das Modell, bei dem Hochkaräter schülergerechte Vorlesungen halten, breite Landstriche erreicht. Vor 150 Zuhörern brachte der Leiter des Instituts für Aerodynamik und Gasdynamik der Universität Stuttgart samt seinen vier Assistenten Jugendlichen durch eindrucksvolle Experimente und Videoeinblendungen nahe, wie das ist mit dem Auftrieb, den Rotorblättern und dem Rückwärtsfliegen. Einige Monate zuvor hatte der 52-Jährige in Stuttgart seine erste Kindervorlesung vor 500 Zuhörern auf die Beine gestellt.
Veranstaltungen wie diese sollen Schüler für wissenschaftliche und technische Berufe begeistern, weil es dort an Nachwuchs fehlt. Begeistert von Krämer – den ich vorher nicht kannte – war auch ich. Wundern Sie sich also nicht, wenn er demnächst bdw-Interviewpartner ist oder die Arbeit seines Instituts Hintergrund einer interessanten Geschichte über die aktuelle Entwicklung bei Hubschraubern wird. Zufällige Begegnungen wie die mit Krämer entpuppen sich immer wieder als Glücksfall für bild der wissenschaft: Experten, die unter ihresgleichen akzeptiert sind und es gleichzeitig schaffen, ihre Arbeit prägnant und plastisch auf den Punkt zu bringen, sind erste Anlaufstellen für ein verständliches Wissenschaftsmagazin. Andersherum betrachtet verhilft ihnen die Doppelbegabung oft zu einer bemerkenswerten Karriere.
Ein Beispiel ist Hans Müller-Steinhagen. Er fiel mir vor vier Jahren auf: durch die faszinierenden Arbeiten an dem vom ihm geleiteten Institut für Technische Thermodynamik am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie durch seine Art, offen zu antworten und Zusammenhänge einprägsam darzustellen. In der Folge war er Gesprächspartner für diverse Beiträge – etwa über Solarstrom oder ein neuartiges Brennstoffzellenflugzeug. Seit zwei Jahren ist Müller-Steinhagen Rektor der Technischen Universität Dresden. Durch eine schlüssige Bewerbung haben er und seine Dresdner Mitstreiter es geschafft, dass die TU in die Endauswahl der dritten Stufe der Exzellenzinitiative gekommen ist. Die Entscheidung, ob Dresden demnächst in den Kreis der Elite-Universitäten aufgenommen wird, fällt am 15. Juni. Machen Sie sich selbst ein Bild von der Person Hans Müller-Steinhagen. Das Interview beginnt auf Seite 86.





