Zum Inhalt springen
Bild der Wissenschaft
AnmeldenAbonnieren
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Shop
  • Rezensionen
  • Podcast
  • BDW Plus
Bild der Wissenschaft
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Kolumnen
  • Nachgefragt
  • Rezensionen
  • Podcast
  • Lexikon
Wissenschaft-Newsletter
Die wichtigsten Entdeckungen der Woche direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • BILD DER WISSENSCHAFT Marktplatz

Hefte

  • Sonderhefte
  • Einzelhefte

Unsere Partner

  • Fraunhofer IPA
  • Leibniz-Institut ifl
  • wissen.de
  • ScienceBlogs
  • experimenta
  • Wissenschaftspodcasts

Info

  • AGB
  • Mediadaten
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen
BILD DER WISSENSCHAFTErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Abonnement & LeserserviceE-Mail: leserservice@konradin.de
Tel: +49 (0)711 82651-201
RedaktionE-Mail: wissenschaft@konradin.de
Tel: +49 (0)711 7594-392
Folgen Sie uns
Bild der Wissenschaft als bevorzugte Quelle bei Google einrichtenAuf Google merken →
Konradin Mediengruppedamals.denatur.de
© 2026 Bild der Wissenschaft
Warenkorb

Dein Warenkorb ist leer.

Startseite/Gesundheit & Medizin/Artikel
Warum große Hunde schneller altern als kleine
Gesundheit & Medizin

Warum große Hunde schneller altern als kleine

Kleine Hunde können fast doppelt so lange leben wie große. Aber warum? · Foto: © GlobalP/ iStock

Ungleiche „Hundejahre“: Bei Hunden bestimmt auch die Größe, wie lange sie leben – aber warum? Den Grund dafür haben Forschenden jetzt gefunden. Schuld sind demnach nicht die Gene, sondern epigenetische Anhänge an der DNA. Sie verändern sich bei großen Hunden mit dem Alter schneller als bei kleineren. Dadurch gehen auch wichtige Schutzblockaden an potenziell zerstörerischen „springenden Genen“ verloren. Diese Erkenntnis könnte auch für das Altern des Menschen relevant sein.
Autor
Nadja Podbregar
12. Oktober 2026
Lesezeit
4 Minuten
Rubrik
Gesundheit & Medizin

Bei Säugetieren gilt normalerweise: Je größer eine Art ist, desto höher ist die Lebenserwartung. So leben Mäuse nur wenige Jahre, während manche Walarten ein Alter von fast 200 Jahren erreichen können. Doch es gibt auch Ausnahmen – beispielsweise bei unseren Haushunden. Hunde größerer Rassen wachsen schnell, leben aber deutlich kürzer als kleinere Hunderassen. Dogge, Labrador und Co sind zudem anfälliger für altersbedingte Erkrankungen als kleine Schoßhunde.

DNA-Anhänge als biologische Uhr

Aber warum? In den Genen der Hunderassen haben frühere Studien keine eindeutigen Ursachen für die unterschiedliche Lebensdauer gefunden. Deshalb haben Blaise Mariner von der Arizona State University und seine Kollegen sich einen anderen Aspekt der Genetik genauer angeschaut: die DNA-Methylierung. Dabei handelt es sich um chemische Anhänge am Erbgut, die beeinflussen, ob ein Gen abgelesen werden kann oder nicht. Dadurch sind diese epigenetischen Anhänge ein wichtiger Regulator für die Genaktivität.

Das Spannende jedoch: Das Muster der DNA-Anhänge verändert sich im Laufe des Lebens auf charakteristische Weise und beeinflusst so auch Alterungsprozesse. Könnte hier der Grund für die unterschiedlichen Lebenspannen großer und kleiner Hunde liegen? Um das herauszufinden, analysierten Mariner und sein Team das Epigenom von 894 Haushunden verschiedener Rassen, Größen und Altersstsufen. Darunter waren sowohl Rassehunde vom Pudel bis zur Dogge als auch Mischlinge. Bei allen Hunden bezogen sie zudem mögliche Einflüsse von Umweltfaktoren und Lebensumstände mit ein.

DNA-Methylierung

Anlagerungen von Methylgruppen an den DNA-Basen beeinflussen, welche Gene abgelesen werden können und welche nicht. — © Rujirat Boonyong/ iStock

„Hundejahre“ zeigen sich am Epigenom

Die Analysen enthüllten: Das Muster der DNA-Anhänge spiegelt auch bei Hunden das biologische Alter wider – und erklärt auch, warum „Hundejahre“ anders zählen als Menschenjahre. So zeigen die epigenetischen Uhren bei uns Menschen typischerweise an, dass unser altersbedingtes Sterberisiko pro Jahr um 1,5 bis drei Prozent zunimmt. „Bei den Hunden haben wir dagegen eine Zunahme von 15 Prozent pro Jahr gefunden“, berichten Mariner und seine Kollegen. „Dieser fünf- bis zehnfache Unterschied spiegelt die weit kürzere Lebensspanne der Hunde wider.“

Zusätzlich zeigte die epigenetische Uhr der Hunde charakteristische Unterschiede zwischen unterschiedlich großen Hunden: Bei großen Hunderassen, aber auch großen Mischlingshunden veränderte sich das altersspezifische Muster der DNA-Anhänge schneller als bei kleineren. Besonders deutlich zeigte sich an den Anhängen bestimmter Transposons im Genom. Diese „springenden Gene“ sind DNA-Abschnitte, die sich selbst kopieren und in andere Stellen des Erbguts einfügen. Dadurch können sie die Funktion wichtiger Gene stören.

Normalerweise werden diese transponierbaren Genabschnitte durch die DNA-Anhänge blockiert und am Springen gehindert. Doch mit zunehmendem Alter gehen diese Anhänge verloren und Schäden am Erbgut nehmen dadurch zu.

Verlorener Schutz vor springenden Genen

Genau dies scheint der Grund zu sein, warum große Hunde schneller altern als kleine: Bei großen Hunden fanden Mariner und sein Team eine um 31 Prozent stärkere altersbedingte Demethylierung bei den sogenannten LINE1-Transposons als bei kleinen. Die schützenden Blockaden an diesen springenden Genen gehen demnach bei Doggen, Schäferhunden und Co schneller verloren als bei kleineren Hunden.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass die epigenetische Regulation transponierbarer Elemente – insbesondere der LINE1-Elemente – offenbar maßgeblich dazu beiträgt, wie schnell verschiedene Hunde altern“, erklärt Seniorautor Noah Snyder-Mackler von der Arizona State University. „Hunde mit kürzerer Lebenserwartung sterben demnach nicht bloß früher, sie durchlaufen auch einen beschleunigten molekularen Alterungsprozess an bestimmten Stellen des Genoms.“ Eine solche beschleunigte Alterung zeigte sich unabhängig davon, ob die größeren Hunde Rassehunde waren oder Mischlinge.

großer und kleiner Hund

Das Geheimnis der Lebensdauer liegt bei Hunden nicht nur in den Genen, sondern auch in den Anhängen der DNA, wie die Studie zeigt. — © Charlie Leight/ Arizona State University

Warum Hündinnen meist langlebiger sind als Rüden

Die epigenetischen Vergleiche verrieten auch, warum Hündinnen oft länger leben als Rüden. Das Muster der DNA-Methylierung ist bei beiden Geschlechtern unterschiedlich – und dies gilt insbesondere für das X-Geschlechtschromosom. „Die alterstypischen Veränderungen an Genorten des X-Chromosoms waren bei männlichen Hunden um 28,1 Prozent stärker ausgeprägt als bei weiblichen“, berichten Mariner und sein Team. Dafür veränderten sich die Methylierungsmuster auf den restlichen Chromosomen bei den Hündinnen um 5,7 Prozent stärker.

„Das war ein unerwartetes Ergebnis“, erklärt Mariners Kollegin Brianah McCoy. „Es stellt einige unserer Annahmen darüber infrage, wie das X-Chromosom reguliert wird, und verdeutlicht, wie komplex das epigenetische Altern ist.“

Relevant auch für uns Menschen

Noch ist nicht geklärt, was genau die epigenetischen Veränderungen an den verschiedenen LINE1-Transposons bewirken. Doch nach Ansicht der Forschenden könnten sie ein wichtiger Faktor für den Alterungsprozess sein – nicht nur bei Hunden, sondern bei allen Säugetieren einschließlich des Menschen. „Sollte sich dies bestätigen, könnte die gezielte Beeinflussung dieser Elemente oder der Mechanismen, die sie regulieren, ein vielversprechender Ansatz für zukünftige Therapien sein“, sagt Snyder-Mackler. Das könnte dazu beitragen, die gesunde Lebensspanne des Menschen zu verlängern.

Damit zeichnet sich zunehmend ab: Das Geheimnis eines längeren und gesünderen Lebens könnte nicht nur in unseren Genen liegen, sondern auch am Epigenom – den DNA-Anhängen, die unsere Gene regulieren.

Quelle: Blaise Mariner (Arizona State University) et al., Science, 2026; doi: 10.1126/science.aeb2986

AlternDNAepigenetischHundeHundealterMethylierung
Bevorzugte Quelle bei Google

Möchten Sie Bild der Wissenschaft in Ihren Google-Suchergebnissen bevorzugt sehen? Ein Klick genügt.

Bild der Wissenschaft als bevorzugte Quelle festlegen →

Mehr aus Gesundheit & Medizin

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Gesundheit & Medizin.

Alle Gesundheit & Medizin-Artikel
Erst Gemüse, dann Kohlenhydrate? Was bringt Meal Sequencing?
Gesundheit & Medizin

Erst Gemüse, dann Kohlenhydrate? Was bringt Meal Sequencing?

9. Oktober 2026

Nacheinander statt zusammen? Ob der Ernährungstrend des Meal Sequencing unserer Gesundheit etwas bringt, haben Forschende in einer Metaanalyse untersucht.

Chemienobelpreis für Überwinder des molekularen Spiegelbild-Problems
Gesundheit & Medizin

Chemienobelpreis für Überwinder des molekularen Spiegelbild-Problems

7. Oktober 2026

Der Nobelpreis für Chemie 2026 geht an Henri Kagan und Kenso Soai, zwei Forscher, die das Problem der Spiegelbild-Moleküle in der organischen Chemie gelöst…

Medizinnobelpreis für drei Pioniere der Optogenetik
Gesundheit & Medizin

Medizinnobelpreis für drei Pioniere der Optogenetik

5. Oktober 2026

Der Medizinnobelpreis 2026 geht an Peter Hegemann, Georg Nagel und Karl Deisseroth. Sie entdeckten, wie man Nervenzellen mittels Licht an- und ausschalten kann.

Sport hilft gegen Schmerzen besser als gängige Medikamente
Gesundheit & Medizin

Sport hilft gegen Schmerzen besser als gängige Medikamente

5. Oktober 2026

Wenn wir unter Schmerzen leiden, ist Sport oft das letzte, wonach uns der Sinn steht. Doch Bewegung ist die wirksamste Hilfe, wie eine Metastudie bestätigt.

← Zurück zu Gesundheit & MedizinZur Startseite