Mit diesen Ergebnissen widersprechen die Forscher anderen Vorhersagen, in denen Wissenschaftler einen stetigen Anstieg der Lebenserwartung prophezeien. Deren Prognosen beruhen allerdings auf historischen Trends, in denen der momentane Gesundheitsstatus der Bevölkerung sowie eine mögliche Epidemie von Fettleibigkeit nicht berücksichtigt werden. Zu den Folgeerkrankungen von Fettleibigkeit zählen Diabetes, Krebs– und Herzleiden.
Neben genetischen und psychologischen Faktoren hat vor allem die Ernährung Einfluss auf das Körpergewicht, erklärt David Ludwig, Mitarbeiter im Team um Jay Olshansky. Letztere hat sich in den vergangenen Jahren – dank millionenschweren Kampagnen der Lebensmittelindustrie – stark in Richtung Fastfood verändert. Doch auch zu geringe Aufklärung und eine schlechte Gesundheitsvorsorge spielen bei der zunehmenden Verbreitung von Fettleibigkeit eine wichtige Rolle.
Die Wissenschaftler sehen in dieser Entwicklung eine große Gefahr. Ihrer Meinung nach werden ohne effektive Gegenmaßnahmen die Kinder von heute kürzer leben als ihre Eltern. Durch eine weitere Zunahme der Fettleibigkeit würden technologische Verbesserungen auf dem biomedizinischen Sektor aufgehoben, und die Gesundheitskosten explodieren. Trotzdem hoffen die Forscher auf einen positiven Effekt ihrer Studie: Sie verdeutlicht die Notwendigkeit, mehr Geld in Forschung und die Entwicklung effektiverer Behandlungen mit dem Schwerpunkt Fettleibigkeit zu.




