Ganz anders kann sich ein Virus jedoch in einem wie das Internet strukturierten Netzwerk ausbreiten. In solchen inhomogenen Netzen variiert die Zahl der Verbindungen pro Knotenpunkt stark: Neben wichtigen Knoten, an denen extrem viele Fäden zusammenlaufen, gibt es auch feinste Verzweigungen mit wenigen Verknüpfungen. Zudem weist ein solches Netz zahlreiche Abkürzungen zwischen weit entfernten Knoten auf.
Das Rechenmodell von Romualdo Pastor-Satorras von der Universistat Politecnica in Barcelona und Alessandro Vespignani vom Abdus Salam Centre for Theoretical Physics in Triest sagt nun voraus, dass es in einem solchen Netzwerk keinen Schwellenwert für die Infektionsrate gibt. Das Virus kann also auch überleben, wenn es sich sehr langsam ausbreitet. Aus dem Modell der beiden Wissenschaftler folgt auch, dass die Ausbreitung eher “hinterlistig” im Verborgenen als in gewaltigen Infektionswellen erfolgt.
Dies stimme auch mit den Beobachtungen an realen Computerviren überein, stellten die Forscher fest: Die meisten Viren verbreiten sich langsam und meist lange unerkannt. “Epidemien”, wie der im vergangenen Jahr durch das “I love you”-Virus ausgelöste Zusammenbruch ganzer Systeme seien dagegen selten. Die Studie, die in Auszügen bereits im Wissenschaftsmagazin Nature veröffentlicht wurde, erscheint im April in den Physical Review Letters .




