Diese winzigen Unregelmäßigkeiten können sogar noch mehr, konnte der Japaner nun nachweisen: Sie sorgen zusätzlich dafür, dass das Ei während des Aufrichtens immer wieder für kurze Zeit den Kontakt zur Oberfläche verliert. Um diese extrem schnellen Hüpfer nachzuweisen, entwickelten Shimomura und sein Team eine Vorrichtung, mit der sie eiförmige Objekte in eine sehr gleichmäßige, schnelle Rotation versetzen konnten. Zum Einsatz kamen dabei zuerst Modell-Eier aus Aluminium, deren Bewegungen mit einem Mikrofon, einer Hochgeschwindigkeitskamera und der Messung der elektrischen Kapazität überwacht wurden.
Tatsächlich hoben die Alu-Eier mehrmals hintereinander für Sekundenbruchteile vom Tisch ab, wenn sie mit mehr als 1448 Umdrehungen pro Minute rotierten, zeigte die Auswertung. Allerdings waren die Hüpfer nicht besonders hoch: Zwischen Oberfläche und Ei klaffte während des Sprungs lediglich eine Lücke von 0,08 Millimetern. Das gleiche Verhalten fanden die Forscher, als sie ein hartgekochtes Ei in ihrer Maschine beschleunigten ? allerdings nur dann, wenn dessen Drehzahl über 1.800 Umdrehungen pro Minute lag. Bei den Versuchen handele es sich jedoch nicht um eine reine Spielerei, sondern um ein Beispiel, in dem kleinste Abweichungen von der Regel bereits große Effekte haben könnten, erklären die Wissenschaftler. Ähnliches sei beispielsweise auch von Wetterphänomenen und dem Verhalten mechanischer Bauteile bekannt. Die Forscher wollen ihre Tests nun mit rohen Eiern wiederholen und so den Einfluss einer Flüssigkeit auf die winzigen Fluktuationen untersuchen.




