Immer mehr Menschen weltweit sind übergewichtig oder adipös – oft mit Folgen für ihre Gesundheit. Denn Adipositas fördert unter anderem Diabetes, Bluthochdruck, chronische Entzündungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch das Risiko für einige Krebsarten wie Darmkrebs oder Brustkrebs sowie für Demenz ist erhöht. Gleichzeitig verursacht die Fettleibigkeit Veränderungen im Gehirn, in der Darmflora und in den Fettzellen selbst, die das Abnehmen erschweren – für Betroffene ist dies oft ein Teufelskreis.
Übergewicht und das individuelle Gesundheitsrisiko
Doch längst nicht jeder Mensch mit Übergewicht oder Adipositas wird automatisch krank. Schon länger ist daher bekannt, dass der Body-Mass-Index (BMI) allein nicht ausreicht, um das individuelle Krankheitsrisiko zu bestimmen. „Aber die Parameter, die nötig sind, um ein klinisches, krankmachendes Übergewicht zu identifizieren und mögliche Komplikationen vorherzusagen, blieben bislang unklar“, erklären Kamil Demircan von der Queen Mary University of London und seine Kollegen.

Abhilfe schafft jetzt ein neues Modell. Dafür analysierten Demircan und sein Team die Gesundheitsdaten von knapp 200.000 Personen der UK Biobank, einer britischen Langzeitstudie. Mithilfe von künstlicher Intelligenz werteten sie mehr als 2000 verschiedene Parameter aus, darunter Blutwerte, Lebensstilfaktoren und Körpermaße. „Unser Ansatz repräsentiert eine der größten Studien zu Personen mit Übergewicht oder Adipositas“, schreibt das Team.
20 Faktoren verraten Risiko für 18 Krankheiten
Das Ergebnis ist das Modell OBSCORE, das auf Basis von 20 Faktoren das individuelle Risiko eines Menschen für 18 verschiedenen Erkrankungen vorhersagen kann, darunter Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Apnoe, Gicht, Nierenschäden und verschiedenen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. „Durch die systematische, datengestützte Analyse einer Vielzahl von Gesundheitsfaktoren konnten wir eine kleine Gruppe von Faktoren identifizieren, die in ihrer Gesamtheit dazu beitragen können, Personen mit dem höchsten Risiko früher zu erkennen“, sagt Demircan.





