Eine Forschergruppe der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hat ein autonomes Roboterfahrzeug entwickelt, dass sich mit Hilfe von Tastfühlern in der Umgebung orientieren kann. Das Fahrzeug kann daher im Gegensatz zu anderen, von optischen oder akustischen Orientierungssignalen abhängigen Robotern auch im Dunkeln Hindernisse geschickt umgehen. Derartige Roboter sollen dem Willen der Forscher nach unter anderem zur Begutachtung von Katastrophengebieten eingesetzt werden.
Das Herzstück des im Robotik Laboratorium der Universität entwickelten Roboters sind gummiartige Fühler, die von einem durchsichtigen Plastikgehäuse umgeben sind. Trifft der Roboter auf ein Hindernis, verbiegen sich seine Fühler und die elastischen Deformationen werden von Sensoren in den Fühlern in elektrische Signale verwandelt.
Ein Computerprogramm kann dann anhand dieser Signale das Hindernis erkennen und den Roboter darum herumsteuern, so Noah Cowan, einer der Professoren des Laboratoriums. Die Tastorgane seines Roboters wurden dabei den Fühlern eines natürlichen Vorbilds nachempfunden ? der Küchenschabe. Nach ersten Laborversuchen mit einfachen Wänden als Hindernissen soll das Design der Fühler nun verbessert werden, um eine sichere Navigation auch um kompliziert aufgebaute Hindernisse zu ermöglichen.
Roboter werden schon seit mehreren Jahren in Pilotversuchen zum Auskundschaften von Katastrophengebieten wie etwa nach einem Erdbeben eingestürzten Häusern eingesetzt. Da sich Roboter allerdings zumeist durch optische Signale orientieren, können sie sich nur schwer in dunklen Gängen zurechtfinden. Auf akustischen Signalen beruhende Techniken wie das Sonar weisen wiederum Probleme mit Hindernissen mit hochglänzenden Oberflächen auf. Die Forscher glauben daher, dass der Tastsinn in bestimmten Situationen die beste Lösung zur Steuerung eines Roboters darstellt.
Stefan Maier





