Stehen Gartenmöbel längere Zeit im Freien, werden sie von einer schmierigen Schicht aus Algen, Moosen, Pilzen und Bakterien überzogen. Die Stühle und Tische dann wieder sauber zu bekommen, ist meist eine langwierige Prozedur. Damit könnte es bald vorbei sein: Forscher um Michael Vergöhl vom Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik IST in Braunschweig haben einen Kunststoff entwickelt, der sich durch Sonnenlicht selbst reinigt. Dazu haben die Wissenschaftler Titandioxid-Moleküle in das Material eingebracht. Sie setzen unter UV-Licht einen elektrochemischen Prozess in Gang, der freie Radikale produziert. Diese kurzlebigen Molekülfragmente töten die Organismen ab, indem sie in sie eindringen und ihre Zellmembranen oder ihre DNA schädigen.
Die ersten Tests mit dem neuen, sogenannten photokatalytischen Material waren schon sehr vielversprechend. Die Forscher hatten für einen Langzeitversuch normale Gartenstühle und solche, die mit Titandioxid-Molekülen versehen waren, mit verschiedenen Algen, Moosen und Pilzen besprüht und sie dann zwei Jahre lang Wind und Wetter ausgesetzt. Das Ergebnis: Während sich die Möbel aus herkömmlichem Kunststoff so gut wie gar nicht mehr reinigen ließen, waren die Hightech-Stühle noch weitgehend sauber.





