Papierherstellung, chemische Druckfarben und energieintensive Maschinen können erhebliche Umweltwirkungen verursachen. Genau an diesem Punkt setzen zahlreiche Forschungsprojekte und Institute wie das Forschungsinstitut der Druck- und Medienindustrie an. Sie untersuchen, wie Materialien, Prozesse und Kreislaufsysteme im Druckbereich verändert werden können, um Ressourcen zu sparen und Emissionen zu reduzieren.
Forschende betrachten dabei nicht nur das fertige Druckprodukt, sondern den gesamten Lebenszyklus. Von der Zusammensetzung der Druckfarbe über den Druckvorgang bis hin zum Recycling der Papierfasern wird jeder Schritt analysiert. Ziel ist es, Druckprozesse so zu gestalten, dass sie mit möglichst wenig Rohstoffen auskommen und Materialien nach ihrer Nutzung erneut verwendet werden können.
Neue Materialien verändern die Drucktechnik
Ein zentraler Forschungsbereich betrifft die chemische Zusammensetzung von Druckfarben und Tonern. Klassische Druckfarben bestehen aus Pigmenten, Bindemitteln, Additiven und Lösungsmitteln. Diese Komponenten sorgen dafür, dass Farbe haftet, trocknet und dauerhaft stabil bleibt. Gleichzeitig können Lösungsmittel oder bestimmte Additive Umweltprobleme verursachen. Deshalb arbeiten Chemiker und Materialwissenschaftler daran, neue Formulierungen zu entwickeln.
Besondere Aufmerksamkeit erhalten Farben auf Basis nachwachsender Rohstoffe. Pflanzenöle können beispielsweise mineralölbasierte Bestandteile ersetzen. Auch wasserbasierte Tinten gewinnen an Bedeutung, da sie deutlich weniger flüchtige Lösungsmittel enthalten. Solche Ansätze reduzieren Schadstoffe und erleichtern teilweise auch den Recyclingprozess.
Darüber hinaus untersuchen Forschende, wie sich Bindemittel und Pigmente so kombinieren lassen, dass Druckfarben später leichter aus Papierfasern entfernt werden können. Dieser Punkt ist entscheidend für das Papierrecycling. Beim sogenannten Deinking werden Druckfarben mithilfe mechanischer und chemischer Verfahren aus Altpapier gelöst, um daraus wieder neues Papier herzustellen. Dieser Prozess ist der Schlüssel dafür, dass bedrucktes Papier überhaupt erneut verwendet werden kann.





