Laut Ted Postol kann der eigentliche Sprengkopf dabei unversehrt bleiben und zur Gefahr für die Länder werden, die zwischen der Abschussstelle und den USA liegen. Es sei sehr schwer zu kontrollieren, wo genau der Sprengkopf niedergehen würde, erklärt der Physiker vom Massachusetts Institute of Technology. Das hänge davon ab, wann genau die Raketenstufe während der 4- bis 6-minütigen Brenndauer zerstört würde.
Das neue von US-Präsident Georg W. Bush vorgeschlagene Raketenabwehrprogramm NMD kann fatale Nebenwirkungen haben: Die Sprengköpfe der Raketen könnten nach ihrem Beschuss durch amerikanische Laserkanonen ziellos herumschwirren und Europa, Kanada oder Mittelamerika treffen. Davor warnt der amerikanische Physiker Ted Postol im Wissenschaftsmagazin New Scientist.
Die USA wollen feindliche Interkontinentalraketen schon unmittelbar nach dem Abschuss vom Kurs abbringen, indem sie die Brennstufe der Bombe vernichten. Dies soll unter anderem mit starken Lasern erreicht werden, die ein Loch in die dünne Hülle des Antriebs brennen und diesen zerstören. Das Abfangen wenige Minuten nach dem Start sei am einfachsten, sagen Experten, da die brennende Rakete leicht zu entdecken ist.
Cornelia Pfaff





