zum Beispiel bei den darauf installierten Anwendungen. Zahlreiche Spiele und andere Software, zum Beispiel Stadtpläne, Anrufbeantworter und Programme zum Erledigen von Bankgeschäften oder zum Komprimieren von Bilddateien, können schon heute von speziellen Webseiten auf das Handy geladen werden. In einigen Jahren könnte das Herunterladen von Spielen zu einer der umsatzträchtigsten Anwendungen von Mobiltelefonen werden. So erwarten die Marktforscher von Frost&Sullivan, dass sich die Zahl derer, die das Handy als Spielkonsole nutzen, von derzeit weltweit rund 15 Millionen bis zum Jahr 2008 auf etwa 180 Millionen mehr als verzehnfachen wird. Der Umsatz mit Download-Spielen soll bis dahin auf 12,8 Milliarden US-Dollar pro Jahr steigen. Wegbereiter für diesen Boom ist die Programmiersprache Java, die von der US-Firma Sun Microsystems ursprünglich für Anwendungen im Internet und auf dem PC entwickelt wurde. Ihr Vorteil: In Java geschriebene Programme laufen auf unterschiedlichen Geräten, unabhängig vom darin werkelnden Betriebssystem. Zusammen mit Handy-Herstellern hat Sun eine an die speziellen Anforderungen von Mobiltelefonen angepasste Version eines Java-Interpreters entworfen: die Java 2 Micro Edition. Ihre Aufgabe ist es zum Beispiel, ein Spiel, das nachträglich auf das Handy geladen wurde, darauf auch zum Laufen zu bringen. Meist installieren sich Java-Programme nach dem Laden von selbst und lassen sich sofort nutzen. Was Java-Anwendungen für Multimedia-Handys interessant macht: Sie sind interaktiv, unterstützen Farbdarstellungen und aufwändige grafische Animationen, erlauben das Abspielen von Videoclips und sogar Vibrationseffekte. Als Sammelbegriff für individuell aufs Handy ladbare Software hat sich inzwischen der Name „Midlet” eingebürgert.
Ralf Butscher





