
Im Nahfeld einer Antenne sind die von ihr ausgesendeten elektromagnetischen Wellen noch komplex: Sie überlagern sich, strahlen in verschiedene Richtungen und mit unterschiedlicher Stärke. Weiter um die Antenne herum, im sogenannten Fernfeld, ordnen sich die Wellen dann. Erst hier können Wissenschaftler genauer beurteilen, in welche Richtung die Antenne das Signal stark oder schwach aussendet. Um das Fernfeld-Signal einer Antenne zu testen, benötigen Forschende normalerweise viel Platz, doch nicht so in dem neuen Testraum des SwRI. In der „nur“ 1260 Quadratmeter großen Kammer können Experten anhand von Testdaten des Nahfelds einer Antenne auch auf ihre Fernfelddaten schließen. Der neue Testraum unterstützt zu diesem Zweck eine besonders genaue, 3D-sphärische Datenerfassung.
Zusätzlich dazu, dass beim Testen der Antennen nicht mehr so viel Freifläche nötig ist, können Forschende in der Testanlage dank eines integrierten Krans auch Antennen bis zu 450 Kilogramm und drei Meter Durchmesser überprüfen. Auch Wind und Wetter können ihnen dort nichts anhaben. „Da sich die Anlage in einem Innenraum befindet, müssen wir die gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich der Antennenhöhe und anderer Übertragungsbeschränkungen für Antennentests im Freien nicht einhalten“, erklärt Nils Smith vom SwRI. „Wir können nun vor Ort gründliche Antennentests durchführen und sind flexibler. Das bedeutet für unsere Kunden eine genauere Analyse der Antennenleistung.“ Davon profitieren Regierungen und Industrie, aber auch Marine, Luftwaffe und Nachrichtendienste.





