von RÜDIGER VAAS
Alles neu macht der Mai? Dieser Sinnspruch für Erneuerung – der Beginn eines Frühlingslieds, das Hermann Adam von Kamp 1818 schrieb – hätte vor 66 Millionen Jahren eine äußerst brachiale Bedeutung gehabt. Vielleicht nicht im Mai, aber im Frühling, ereignete sich damals das letzte große Massenaussterben der Erdgeschichte. Für drei Viertel aller vernichteten Arten war das kein Wonnemonat. Doch der verheerende Einschnitt in die Evolution des Lebens markierte zugleich einen Wendepunkt für neue Entwicklungen. Davon profitierten besonders die Säugetiere und Blütenpflanzen, die daraufhin die Biosphäre entscheidend prägten – bis heute.





