Amerikanische Forscher haben eine Kamera mit unsichtbarem Blitz zum Fotografieren bei schlechten Lichtverhältnissen entwickelt. Das Blitzgerät beleuchtet die zu fotografierende Szenerie mit Licht aus dem infraroten und ultravioletten Spektrum, das für Menschen nicht sichtbar ist.
Die Wissenschaftler entwickelten für ihre Kamera zunächst ein Blitzgerät, das Licht in einem breiteren Spektrum aussenden kann als herkömmliche Blitzgeräte. Es erzeugt Licht sowohl im infraroten und als auch im ultravioletten Bereich und damit in den Wellenlängen oberhalb und unterhalb des für Menschen sichtbaren Spektrums. Um den Blitz unsichtbar zu machen, filterten die Forscher diesen wahrnehmbaren Wellenlängenbereich heraus. Zudem modifizierten die Entwickler den lichtempfindlichen Sensor ihrer Digitalkamera so, dass er auch für UV- und Infrarotlicht empfindlich ist.
Diese Kombination aus Blitzgerät und Kamera ermöglicht Aufnahmen bei schlechtem Licht ohne einen sichtbaren Blitz. Da sich die Farben auf den Bildern jedoch als grünstichig und unnatürlich erwiesen, griffen die Entwickler zu einem weiteren Trick: Direkt nach der Blitzaufnahme schießt die Kamera ohne Blitz ein zweites Bild vom gleichen Motiv. Dabei wird für den Sensor eine extrem hohe Empfindlichkeit gewählt, was das Bild zwar sehr körnig macht, jedoch eine weitaus natürlichere Farbdarstellung ermöglicht. Die Farbwerte dieses zweiten Bildes werden dann mit den Bilddaten des ersten verrechnet, so dass schließlich ein scharfes Bild in natürlichen Farben entsteht.
Dennoch bleiben einige bisher ungelöste Schwierigkeiten: Einige Materialien absorbieren Infrarot- oder UV-Licht so stark, dass sie auf den Bildern dann nicht zu sehen sind. So können beispielsweise Sommersprossen aus Gesichtern verschwinden, was einen unnatürlichen Eindruck verursachen kann.
Dilip Krishnan und Rob Fergus (New York University) et al.: New Scientist ddp/wissenschaft.de ? Ulrich Dewald