In Kalifornien sollen Autofahrer bald von einer Langzeitvorhersage für Staus profitieren: Bis zu sieben Tage im Voraus können sich die Bewohner von Sacramento im Fernsehen über die Verkehrsbedingungen auf den örtlichen Straßen informieren. Das neue System soll bald in 19 amerikanischen Großstädten zur Verfügung stehen.
Mithilfe des “Beat-the-Traffic” genannten Systems sollen vor allem Verkehrsteilnehmer mit langen Pendelzeiten den Großstadtverkehr leichter meistern. Dazu werden sie in den Nachrichten anhand dreidimensionaler Animationen des lokalen Straßennetzes darüber informiert, wo der Verkehr zurzeit zusammengebrochen ist und wo in Zukunft Staus entstehen könnten.
Das System sammelt dazu aktuelle Informationen über die Verkehrslage auf den wichtigsten Straßen und Kreuzungen. Zusätzlich verarbeitet es aber auch Warnmeldungen über Witterungsverhältnisse, Zwischenfälle auf den Straßen sowie Baustellen. Sogar Angaben zu besonderen Sportereignissen und anderen Veranstaltungen werden für die Verkehrsvorhersage hinzugezogen. Diese Informationen werden mit Daten aus der Vergangenheit kombiniert. So wird zum Beispiel anhand von Informationen über die Auswirkungen eines Unfalls auf den Verkehr vorhergesagt, was bei einem erneuten Unfall passieren wird.
In den nächsten Monaten sollen 19 weitere Großstädte in den USA das “Beat-the-Traffic”-System erhalten. Die Entwickler hoffen, dass Verkehrsvorhersagen im Fernsehen bald genauso üblich sind wie die Wetterprognosen heute. Paul Watters von der Automobile Association Motoring Trust in England warnt jedoch, dass Vorhersagen über den Verkehr genauso mit Vorsicht zu genießen seien wie Wetterprognosen: “Es braucht nur ein unvorhersehbares Ereignis wie einen umgekippten Lastwagen, schon herrscht ein Chaos.”
New Scientist, Onlinedienst
ddp/wissenschaft.de ? Katharina Schöbi





