Die Ichthyosaurier waren die Herrscher der Jura- und Kreidezeitmeere. Diese delfinähnlichen, bis zu 25 Meter langen Reptilien gehörten zu den Top-Prädatoren ihrer Zeit. Fossilanalysen legen nahe, dass diese Meeressaurier gute Schwimmer waren und selbst große Beute jagen und fressen konnten. Auch im Gebiet des heutigen Mitteleuropa waren die Ichthyosaurier zahlreich vertreten, wie Fossilfunde vor allem aus Süddeutschland belegen. Im Jura-Zeitalter vor rund 201 bis 145 Millionen Jahren war diese Region größtenteils von einem flachen, tropisch-warmen Meer bedeckt.

Relikte eines 6,60 Meter langen Ichthyosauriers
Ein neues Ichthyosaurier-Fossil aus der Nähe von Bayreuth gibt nun weitere Einblicke in die Vielfalt und das Leben dieser Meeressaurier im bayerischen Jura-Meer. Entdeckt wurde das außergewöhnlich gut erhaltene Relikt in der Tongrube Mistelgau, in der schon seit den 1990er-Jahren zahlreiche Meeressaurier-Fossilien aus dem frühen Jura gefunden wurden. „Diese Fundstätte repräsentiert eine einzigartige Ansammlung mariner Reptilien vom Ende des Unterjura“, erklären Stefan Eggmaier und Ulrike Albert vom Urwelt-Museum Oberfranken in Bayreuth.
Die beiden Paläontologen haben ein rund 180 Millionen Jahre altes Ichthyosaurier-Fossil aus Mistelgau näher untersucht, das in mehrerer Hinsicht hervorsticht. Die 2012 entdeckten Relikte umfassen Teile des Schädels und Unterkiefers, den Schultergürtel, die Vorderflossen, die Wirbelsäule sowie über 100 Zähne. Der gute Erhaltungszustand gibt detaillierte Einblicke in bislang nur selten überlieferte anatomische Strukturen, etwa im Bereich des Gaumens, der Augen und der Flossen. Anhand dieser Merkmale ordnet das Team diesen Ichthyosaurier der Gattung Temnodontosaurus zu. Zu Lebzeiten war das Tier wahrscheinlich rund 6,60 Meter lang.






