Für die Extraktion packen sie Holzproben in eine Druckkammer, leiten Kohlendioxid ein und legen Druck an. Ein Schwerpunkt der Arbeit ist herauszufinden, wie vorsichtig man dabei vorgehen muss, um die Kunstobjekte nicht zu beschädigen, meint Andreas Weber vom UMSICHT. Zu schneller Druckauf- oder -abbau kann die Hölzer beschädigen.
Probleme gibt es noch bei Lacken oder Farben, in denen sich Kohlendioxid löst. Dazu zählt zum Beispiel Schellack, dieser wird nach der Kohlendioxidbehandlung trüb. Die Forscher testen daher unterschiedliche Materialien und planen einen Verfahrenskatalog, der zusammenfaßt, welche Hölzer und Substanzen sie mit dieser Methode entgiften können.
Als nächstes Projekt wollen die Wissenschaftler Orgelpfeifen einer Dresdener Stiftskirche entgiften. Diese ist so stark mit DDT belastet, dass die Chemikalie als weiße Schicht auskristallisiert. “Wenn man die Orgel spielt, schneit es und zwar DDT”, sagt Andreas Weber.
Lindan, DDT und PCP (Pentachlorphenol) verwendeten Handwerker und Künstler bis in die achtziger Jahre, um Hölzer vor Insekten- und Pilzbefall zu schützen. Heute ist bekannt, dass diese Stoffe die Raumluft belasten. Lindan und DDT stehen im Verdacht, Krebs zu erregen.
Überkritisches Kohlendioxid wird schon seit längerem in der Lebensmitteltechnologie eingesetzt, zum Beispiel um Koffein aus Kaffee zu extrahieren. Es ist eine umweltfreundliche Alternative zu vielen anderen Lösungsmitteln: die Wissenschaftler können es aus der Luft gewinnen und, nachdem es seine Dienste geleistet hat, auch wieder in die Luft abgeben.





