US-Nobelpreisträger Watson hatte Ende September in einem Gastbeitrag für die FAZ für die Abtreibung erbgeschädigter Föten plädiert. Er hatte jedoch eingeschränkt, dass über den Schwangerschaftsabbruch nur die Eltern entscheiden sollten, nicht der Staat. Watson hält es für möglich, dass es in Zukunft als unmoralisch gelten könne, die Geburt von behinderten Kindern zuzulassen. Vielleicht könnten Kinder sogar rechtlich gegen ihre Eltern vorgehen, “weil diese es nicht verhindert haben, dass ihre Kinder mit nur einer kleinen Chance auf ein Leben ohne psychisches und seelisches Leid auf die Welt kamen”. In den nächsten Jahrzehnten werde es “einen immer stärkeren Konsens darüber geben, dass Menschen das Recht haben, dem Leben erbgeschädigter Föten ein Ende zu setzen”.
Mieth kritisierte den Glauben Watsons, dass das Leben durch einen evolutionären Prozess entstehe, der den Darwinschen Prinzipien der natürlichen Auslese folge. “Dies Ethik zu nennen ist ein Widerspruch in sich selbst oder aber eine resolute Bevormundung der Ethik durch eine genetische Weltanschauung”, schrieb Mieth. Watsons Äußerungen zielten letztlich auf eine “Ethik der Erfolgsinteressen, in welcher das Wissen um evolutionäre Fitneß sich zu einer neuen Religion überhöht”.
Für seine Äußerungen war Watson zuvor unter anderem von der Bundesärztekammer sowie vom Sozialverband Deutschland scharf kritisiert worden.




