Otto? Find ich gut: An einem Samstagabend Lebensmittel einkaufen – mit dem virtuellen Supermarkt, den der Otto-Versand seit Mai unter www.otto-supermarkt.de zunächst für Hamburg anbietet, scheint das kein Problem. Kein Schlange stehen und Schleppen mehr, verspricht die Werbung.
Für meine Einkaufsliste mit 15 Artikeln brauche ich auf der übersichtlichen Website gebührenfreundliche fünf Minuten. Jedes Produkt kann ich mir mit Foto auf den Schirm holen und mit einem Klick in den virtuellen Einkaufswagen legen. Aber: Dort bleiben meine Einkäufe leider bis Montag, denn nur das Bestellen funktioniert hier rund um die Uhr. Geliefert wird die Ware Werktags zwischen 18 und 21 Uhr am selben Tag (Extra-Zuschlag 4 Mark), wenn bis um 12 Uhr bestellt wurde. Ansonsten kommt sie am nächsten Tag zwischen 10 und 13 Uhr. Samstags (wieder 4 Mark Zuschlag) wird zwischen 16 und 19 Uhr geliefert – und Sonntags eben gar nicht. Wer sich für 15 Mark im Monat als Stammkunde anmeldet, zahlt nur 3,95 Mark Lieferkostenzuschlag (statt 8,95 Mark), und der Zuschlag für die taggleiche Lieferung entfällt.
In jedem Fall muß ich drei Stunden Wartezeit einplanen – darüber kann mich auch nicht hinwegtrösten, daß bei der ersten Bestellung der Lieferkostenzuschlag entfällt. Aber bequem ist es schon: Unter den Getränkekisten (Zuschlag je 2 Mark) hat bei diesem Einkauf nur der freundliche Mann vom Lieferservice gelitten – ich konnte mich über sauber gepackte Tüten, tadellose Pfirsiche, knackigen Salat und gut gekühlte Steaks freuen. Auf die Shrimps wartete ich vergeblich: „zur Zeit nicht lieferbar” stand auf der Rechnung – eine Information, die ich gerne schon im Onlineshop gelesen hätte.
Fazit: Wem die Liefertermine in den Zeitplan passen, der kann sich für geringe Mehrkosten (die Fahrt zum realen Supermarkt ist ja auch nicht gratis) einige Mühen sparen.
Die Konkurrenz Im Internet gibt es ein Reihe weiterer Bestelladressen mit regionalem Lieferservice für Lebensmittel. Eine Übersicht und Infos zeigt www.easyeinkauf.de. Bundesweit liefern die Supermärkte Edeka (www.edeka-online.de), allerdings keine kühlpflichtigen oder Mehrweg-Waren, sowie der Kaufhof (www.kaufhof.de) in den größeren Städten.
Kristina Kirschke





