Das “böse” Gas – wie kann man es sinnvoll verwerten? Die stoffliche Nutzung von CO 2 wurde bisher als völlig unrentabel angesehen. Der Grund: Um das sehr stabile CO 2-Molekül aufzuspalten und den darin gebundenen Kohlenstoff mit anderen chemischen Elementen zu nützlichen Stoffen zu vereinen, bedarf es sehr viel Energie.
Doch durch neue Katalysatoren und innovative Prozesstechnik rückt die Realisierung eines geschlossenen Kohlenstoff-Kreislaufs immer näher, schreibt Autor Johannes Winterhagen in der Novemberausgabe von bild der wissenschaft. So haben beispielsweise Forscher der RWTH Aachen gemeinsam mit dem Unternehmen Covestro Grundlagen für einen Prozess entwickelt, mit dem sie bereits nächstes Jahr einen wichtigen Grundstoff für Matratzen und Autositze herstellen wollen: einen Polyurethan-Weichschaum, der unter anderem auf Polyol basiert, einem organischen Molekül, das die beiden Bestandteile von Kohlendioxid enthält – Kohlenstoff und Sauerstoff.
Umwandlung in Synthese-Gas
Ebenfalls über das Laborstadium hinaus ist eine Entwicklung des Dresdner Start-up-Unternehmens Sunfire. Die Methode basiert auf Hochtemperatur-Brennstoffzellen, die keinen Strom produzieren, sondern nutzen – idealerweise überschüssige Elektrizität aus Windkraft- oder Solaranlagen. Damit wird das CO 2 zerlegt. Durch die Zugabe von weiterem Wasserstoff entsteht dann ein Synthese-Gas, aus dem flüssige Kraftstoffe produziert werden können.
Das sind nur zwei Beispiele, wie neueste Technik dazu beitragen kann, Kohlendioxid zu “vernichten”, und es gleichzeitig nutzbringend zu verwerten. Ein positiver Nebeneffekt dabei ist, dass der Erdölverbrauch sinkt. Über weitere Innovationen auf diesem Gebiet lesen Sie im aktuellen Heft von bdw.





