Japanische Forscher haben eine elektronische Haut für Roboter entwickelt, die Druck und Temperaturen wahrnehmen kann. Die Roboterhaut soll der menschlichen Haut in nichts mehr nachstehen, im Gegenteil: Künftig könnte sie sogar Licht wahrnehmen, Feuchtigkeit spüren und Töne hören.
In ihrer Arbeit hatten Studienleiter Takao Someya und sein Team zunächst eine künstliche Haut entwickelt, die mithilfe von Sensoren Druck fühlen kann. Die Wissenschaftler betteten dazu in eine dünne Plastikfolie elektronische Schaltungen ein, die auf
Transistoren basieren und Druck registrieren. So entstand ein netzähnliches Grundgerüst, das eine Ausdehnung der Haut um bis zu 25 Prozent ermöglichte. Da das Material so beweglich ist, dass es sich exakt der Form der Oberfläche eines Hühnereies anpassen kann, sei es auch für den Einsatz bei kleinen, dreidimensionalen Strukturen wie Roboterfingern geeignet, schreiben die Forscher.
Damit die Kunsthaut auch Temperaturen wahrnehmen kann, bauten die Wissenschaftler anschließend mit organischen Halbleitern ein Netzwerk von Temperatursensoren auf. Wurden Druck- und Temperatursensoren zusammen in die elektronische Haut eingebaut, war sie in der Lage, beide Reize gleichzeitig wahrzunehmen.
Mit einer solchen billig und leicht herzustellenden Kunsthaut könnten Roboter vor allem in unstrukturierten Umgebungen besser arbeiten. Weitere Verfeinerungen der elektronischen Haut wie der Einsatz von Licht-, Dehnungs- oder Feuchtigkeitssensoren könnten der Haut sogar übermenschliche Fähigkeiten verleihen.
Takao Someya (Universität von Tokyo, Tokyo) et al.: PNAS, Online-Vorabveröffentlichung, doi:10.1073/pnas.0502392102
ddp/wissenschaft.de ? Katharina Schöbi