Mit einer “Bakterienbatterie” wollen britische Forscher elektrischen Strom aus kompostierbaren Küchenabfällen gewinnen. Bisher hatten Geräte, die auf diese Art Energie produzieren, nur eine geringe Ausbeute und waren extrem teuer. Nun haben die Wissenschaftler eine etwa walkmangroße Batterie entwickelt, die weniger als 20 Euro kostet, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist (Ausgabe vom 9. Oktober, S. 21).
In Reihe geschaltet ist eine Anzahl der Batterien in der Lage, mit fünfzig Gramm Zucker eine 40-Watt-Glühbirne acht Stunden lang glimmen zu lassen. Bisher läuft die Mikroben-Brennstoffzelle, kurz MFC für Microbial fuel cell, nur mit Zuckerwürfeln, da diese bei der Stromproduktion kaum Reste hinterlassen. Doch Chris Melhuish und seine Kollegen von der Universität von West England haben vor, die Technik so zu optimieren, dass die MFC auch aus Kompost Strom gewinnen kann.
In der Brennstoffzelle leben Escherichia coli Bakterien, die organisches Material wie Zucker oder Kompost zersetzen. Dabei entsteht Wasserstoff. Eine Mischung von Chemikalien entzieht in chemischen Reaktionen dem Wasserstoff Elektronen, die an einen Pol der Batterie geliefert werden und so den Strom erzeugen. Die neue Bakterienbatterie produziert etwa achtmal mehr Energie als frühere MFCs. Melhuish und sein Team wollen nun den Chemikaliencocktail optimieren und die Batterie insgesamt vergrößern, um die Ausbeute noch zu verbessern.
ddp/bdw – Cornelia Pfaff





