Jacques Attali hat die Gefahren des weltweiten Atomschmuggels im Auftrag des Generalsekretärs der Vereinten Nationen untersucht und Vorschläge unterbreitet, die helfen sollen, das Schlimmste zu verhindern. Mit seinem populärwissenschaftlich aufbereiteten Bericht will der frühere Sonderberater des französischen Präsidenten Mitterrand vor allem eines: die Öffentlichkeit aufrütteln. “Der Handel mit Atomwaffen blüht geradezu”, schreibt der Autor. Und: “Im schlimmsten Fall werden in zehn Jahren nukleare und radioaktive Waffen Allgemeingut und ihr Einsatz in einem Krieg üblich sein.”
Attali will Dämme errichten. Doch seine Vorschläge werfen nicht nur das völkerrechtliche Gut der “Nichteinmischung” über Bord, sondern auch das der grundsätzlich gleichen Rechte aller Staaten. Nur “verläßliche” Staaten dürften demnach mit sensibler Strahlentechnik hantieren. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) in Wien, deren gegenwärtige Kontrollkompetenzen Attali zu Recht als “lächerlich” qualifiziert, würde mit Interpol zu einer globalen Sondereingreiftruppe gegen Nuklearschmuggel verschmelzen. Der Autor, so scheint es, glaubt selbst nicht, daß die Staatengemeinschaft zu einer solchen Anstrengung fähig wäre.
Am Ende ist der Leser aufgerüttelt – aber auch ratlos.
Jacques Attali STRAHLENDE GESCHÄFTE Gefahren des internationalen Atomschmuggels Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, 1996 182 S. DM 39,80
Gerd Rosenkranz





