Amerikanische Forscher haben einen winzigen Sensor entwickelt, der den Sprengstoff Trinitrotoluol (TNT) und damit beispielsweise Landminen aufspüren kann. Die Empfindlichkeit dieses Sensors entspricht in etwa der einer echten Hundenase, berichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Nature (Bd. 425, S. 474).
Der hochexplosive Sprengstoff TNT wird außer zu militärischen Zwecken auch im Straßen- oder Tunnelbau verwendet. Bisherige Vorrichtungen zum Aufspüren des explosiven Materials waren sperrig, teuer und technisch noch nicht ausgereift. Zur Überprüfung eines Gebiets auf Landminen oder verdächtiger Personen auf Sprengstoff verlassen sich Experten daher bislang gerne auf den außergewöhnlichen Riecher von Hunden.
Doch nun ist es Jesse Adams von der Universität von Nevada in Reno (USA) und seinen Kollegen gelungen, Ersatz für die Hundenasen zu finden. Sie nutzten eine frei schwingende Messsonde, einen so genannten Cantilever, der mithilfe eines Spannungsimpulses über den Zündungspunkt von TNT hinaus erhitzt werden kann. Befindet sich TNT auf dem Cantilever, kommt es aufgrund des Temperaturanstiegs zu einer kleinen, lokal eng begrenzten Explosion des Sprengstoffes. Die Verpuffung des TNTs, die mit einer Rauchentwicklung einhergeht, wird dabei mit Hochgeschwindigkeits-Videokameras verfolgt.
Der Sensor sei ausgesprochen stabil, aufgrund seiner Miniaturgröße leicht zu transportieren und erheblich sensitiver als bisherige Vorrichtungen, erklären die Forscher. Zudem könne er so verändert werden, dass er in der Lage ist, auch andere explosive Materialien aufzuspüren.
ddp/bdw ? Stefanie Offermann





