Kopien der Funde im praktischen Test
Nachgewiesen haben die Forscher das durch buchstäblich einschlägige Experimente: Sie fertigten Kopien der Steinspitzen an, befestigten sie an Holzstangen und rammten sie in einen toten Springbock. Anschließend untersuchten sie die Spuren, die dieser rabiate Gebrauch auf den Steinspitzen hinterlassen hatte und verglichen sie mit den Kratzern auf den prähistorischen Funden. Die Übereinstimmungen belegten: Die 500.000 Jahre alten Waffen müssen wiederholt Jagdbeute durchbohrt haben. Die Tests machten außerdem erneut klar: Die Speere mit den Steinspitzen waren bereits effektive Tötungswaffen. Ihre Herstellung war zwar deutlich aufwendiger als die von simplen Holzspeeren, aber der tödliche Effekt war die Mühen offenbar wert.
Der Gebrauch steinerner Speerspitzen ist ab einer Zeit von vor etwa 300.000 Jahren gut dokumentiert, sowohl in der Entwicklungslinie des modernen Menschen als auch in der des Neandertalers. Doch die 500.000 Jahre alten Funde stammen aus einer Zeit, als sich diese beiden menschlichen Entwicklungslinien noch nicht getrennt hatten – ein gemeinsamer Vorfahre beider Menschenformen hatte sie also hergestellt, sagen die Forscher. ?Diese Erkenntnis ändert unsere Sichtweise auf die Entwicklung geistiger Fähigkeiten im menschlichen Stammbaum, bevor unsere eigene Art entstand?, resümiert Jayne Wilkins.





