„Revolutionär, spannend und herausragend” – so pries Nokia im Vorfeld sein neuestes Produkt an: N’Gage, eine Mischung aus Mobiltelefon, Musik-Player und Spielkonsole. Tatsächlich macht schon der erste Eindruck vom Gerät neugierig. Es besitzt eine eigenwillige Form, und man weiß erst gar nicht so recht, wie man es halten soll. Das Display ist in der Mitte des Handys angebracht, die Wähl- und Spieltasten sowie das Steuerkreuz sitzen rechts und die Sondertasten für Radio und MP3 links davon.
Mit seinem Gewicht von 137 Gramm ist der N’Gage für seine Größe überraschend leicht, und nach einer kurzen Gewöhnungsphase liegt er auch gut in der Hand. Die Menüführung ist – typisch für Nokia – übersichtlich und rasch zu durchschauen. Die Spiele sind auf kleinen Speicherkarten enthalten, die hinten ins Gerät eingelegt werden. Ärgerlich ist, dass man dazu jedesmal das Handy ausmachen und den Akku entfernen muss.
Hat man diese Prozedur hinter sich, macht das Spielen richtig Spaß: Die Grafik besticht durch eine gute Auflösung, und das Display zeigt – obwohl es ziemlich klein ist – ein scharfes und leuchtkräftiges Bild. Auch die anderen Multimediafunktionen enttäuschen nicht. Das Radio hat sowohl über Kopfhörer als auch per eingebauten Lautsprecher einen guten Klang. Um Songs von MP3-Dateien zu hören, kann man Speicherkarten bis 128 Megabyte Kapazität nutzen. Die Titel lassen sich über das Menü am Display auf simple Weise verwalten und auswählen.
Nur als Telefon taugt das N’Gage wenig: Das Tippen von Kurznachrichten ist mühselig, die Tastenanordnung ziemlich verwirrend. Und beim Telefonieren bereitet die unkonventionelle Form des Geräts Probleme. Ein klarer Pluspunkt ist allerdings der sehr gute Empfang. Was dagegen negativ auffällt, ist die Beleuchtung, die gleich erlischt, wenn man mal ein paar Sekunden lang keine Taste drückt. Auch die Akku-Anzeige ist recht kapriziös eingestellt: Kaum wird man ermahnt, dass der Inhalt des Akkus zur Neige geht, ist es auch schon vorbei. Und das kann oft passieren, denn der Stromverbrauch beim Spielen ist enorm. Nutzt man das Gerät als Spielkonsole, hält der Akku maximal sieben Stunden durch.
Sandra Murr





