Rauchende Köpfe sind die Mitglieder der „digita”-Jury nach ihren Diskussionen über die besten Bildungsmedien gewohnt. Doch in diesem Jahr verließen die Juroren ihre Sitzung nicht nur erschöpft, sondern auch hochzufrieden. 27 Lernprogramme, Multimediapakete und Online-Angebote konnten sie für den Deutschen Bildungsmedienpreis 2009 nominieren – jedes Dritte der 80 von den Herstellern eingesandten Angebote, mehr als je zuvor. „ Es wurden durchweg Produkte eingereicht, die den Anforderungen des digita in hohem Maße entsprechen”, lobte Wilfried Hendricks bei der Preisverleihung auf der Bildungsmesse „didacta” in Hannover. Der Professor für Berufliche Bildung und Arbeitslehre und Mitgründer des Instituts für Bildung in der Informationsgesellschaft (IBI) an der TU Berlin ist der Vater des digita. Der Preis, der sich als Gütesiegel für besonders gute Bildungsmedien im deutschsprachigen Raum etabliert hat, wird getragen vom IBI, von der Stiftung Lesen und von bild der wissenschaft. „Am Anspruch des digita hat sich in den letzten 14 Jahren nichts geändert”, sagte Hendricks. „Es geht um gute didaktische und gestalterische Produktqualität, die den lernenden Menschen im Bildungsprozess nützt – ob in der Vorschule oder Hochschule, beim privaten Lernen oder in der Berufsausbildung.”
Zwölf Produkte dürfen sich in diesem Jahr mit der begehrten Auszeichnung schmücken, die in verschiedenen Kategorien vergeben wird. Unter den prämierten Medien sind ein Online-Reiseführer, auf dessen Seiten Grundschüler anderen Kindern Attraktionen ihres Heimatortes präsentieren können, potente Sprachprogramme und eine umfassende Sammlung von multimedialen Materialien für die Unterrichtsgestaltung über Antisemitismus. Einige Hersteller haben die Juroren in diesem Jahr mit einer Novität überrascht: Erstmals hatten die Preisrichter mehrere Lernprodukte zu begutachten, die auf der Spielkonsole Nintendo DS laufen. Ein witzig aufbereitetes Schachlernprogramm für Kinder schaffte es sogar unter die nominierten Angebote.
„Hier zeigt sich eine bemerkenswerte Öffnung bei den pädagogisch orientierten Medienentwicklern”, staunte Hendricks, denn sie nutzen eine Plattform, die vor Kurzem noch als „nicht bildungsgemäß” galt. „Wir sind gespannt, ob künftig mehr qualitativ ansprechende Produkte, die auf dieser Technologie basieren, auf dem Bildungsmarkt und auch im digita-Wettbewerb erscheinen werden”, sagte Hendricks. Informationen zu den ausgezeichneten und nominierten Produkten, über den Deutschen Bildungsmedienpreis und darüber, wie man sich für den digita 2010 bewerben kann, gibt es im Internet unter: www.digita.de ■
von Ralf Butscher





