Archäologie

Spanische Wissenschaftler fordern Zulassung der Embryonenforschung

Namhafte spanische Wissenschaftler haben sich dafür ausgesprochen, die Forschung an embryonalen Stammzellen in ihrem Land zuzulassen. Die Molekularbiologin Margarita Salas forderte nach einem Bericht der Tageszeitung “El Pais” (Freitagausgabe) eine rasche Gesetzesänderung, um das medizinische und therapeutische Potenzial derartiger Forschungen ausschöpfen zu können. Dafür sollten die rund 40 000 eingefrorenen Embryonen freigegeben werden, die bei künstlichen Befruchtungen in spanischen Geburtskliniken übrig geblieben seien. Salas ist Präsidentin des Bundes der königlichen Wissenschaftsakademien.

Niemand weiß, was mit diesen Embryonen geschehen soll, und es wäre völlig absurd, sie nicht zu nutzen, meinte auch Jesus Avila, der Präsident der spanischen Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie. Dieser gehören etwa 3000 Wissenschaftler an. Für Gines Morata, Forscher am renommierten Severo-Ochoa-Zentrum für Molekularbiologie, wird die Diskussion um die Stammzellenforschung von “schwer nachvollziehbaren pseudoethischen Argumenten” dominiert. Begleitet von strikten Kontrollen müsse diese Forschung genehmigt werden.

Die Expertengruppe, die die konservative Regierung in Madrid in dieser Frage berät, ist nach Angaben von “El Pais” für die Freigabe der eingefrorenen Embryonen. Gesundheitsministerin Celia Villalobos sei aber in den vergangenen eineinhalb Jahren nicht mit diesen Fachleuten zusammengekommen. Die Kirche hat sich mehrfach gegen die Forschung an embryonalen Stammzellen ausgesprochen, weil das Embryo dadurch zerstört wird.

dpa

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