Umweltfreundliches Potenzial
Abwassersysteme weisen ein umweltfreundliches Potenzial auf, weswegen sie seit dem Jahre 2018 vom Bundesumweltministerium (BMU) unter dem Förderungsschwerpunkt „Innovative Abwassertechnik“ gefördert werden. Dieser Schwerpunkt umfasst drei Kategorien:
Die erste Kategorie zielt darauf ab, Wertstoffe, die bis jetzt mit dem Abwasser sowie Klärschlamm entsorgt werden, zurückzuführen. Gelingt dies, können Phosphor, Stickstoff und andere Wertstoffe in den ökonomischen Kreislauf gegeben werden, indem sie entweder als Ausgangsmaterialien für neue Produkte oder selbst als neue Produkte verwendet werden.
Im Rahmen der weitergehenden Abwasserbehandlung als zweiter Förderungskategorie sollen innovative Techniken genutzt werden, um Mikroverunreinigungen – also kleinste und bis dato nicht entfernbare Verunreinigungen – aus dem Abwasser und Klärschlamm zu beseitigen. Als positive Folge würde sich eine geringere Umweltverschmutzung und ein Rückgang der Gesundheitsrisiken in Einrichtungen sowie der Öffentlichkeit ergeben.
In der dritten Kategorie wird die Energie ganzheitlich betrachtet. Ziel ist die Schaffung von Möglichkeiten, um die Energieversorgung und -gewinnung effizienter zu gestalten. Durch eine eventuelle Vernetzung ist eine automatisierte und datenbasierte Energieversorgung möglich.
Den Innovationen zum Trotz ist davon auszugehen, dass einige Gebiete im Zusammenhang mit Abwassersystemen unverändert bleiben. Dies trifft beispielsweise auf die professionelle Rohrreinigung und den damit einhergehenden Beruf des Rohrreinigers zu.
Wertstoffrückgewinnung und -bereitstellung
Die Aquattro GmbH erarbeitet in Zusammenarbeit mit Fraunhofer Umsicht und der Wupperverbandsgesellschaft für integrale Wasserwirtschaft (WiW) im Rahmen des Projekts „UltraSep“ ein Ultraschallverfahren, das eine optimierte Wertstoffrückgewinnung aus Klärschlamm zur Folge hat. Hierfür wird eine innovative und patentierte Ultraschall-Kavitations-Einheit verwendet.
Innerhalb dieser Einheit sorgt ein Ultraschallgeber durch Druckwechsel im Klärschlamm für die Bildung von Blasen. Diese sind mit Wasserdampf und anderen Gasen gefüllt. Im Zuge des Vorgangs wachsen sie im Bruchteil einer Sekunde um ihr Vielfaches an und implodieren. Dadurch werden physikalische und chemische Effekte verursacht, die den Klärschlamm aufschließen. Darauf folgend lässt sich der Klärschlamm in Wertstofffraktionen abtrennen. Das Resultat dieses Verfahrens ist die Entstehung cellulosereicher Fasern, nährstoffreichen Gels und leicht vergärbarer Flüssigkeit. Diese Endstoffe sind zu verschiedenen Zwecken nutzbar.





