Braggs Team modellierte per Rechner zunächst die Effekte, die Eisschichten auf die Flugdynamik haben können. Dann entwickelten sie Methoden, diese Effekte am Flugzeug zu charakterisieren: Ein neuronales Netz sammelt Informationen verschiedener Sensoren und beobachtet die Flugdynamik. Ein erster Test in der Luft diente dazu, die Modelle und Algorithmen der Forscher zu bestätigen. Im kommenden Jahr soll ein Prototyp des Systems im Flug getestet werden.
Ein “intelligentes” Sensorsystem aus den USA soll auch vereiste Flugzeuge manövrierfähig halten. Während heutige Anti-Eis-Systeme vor allem darauf aus sind, Eis am Flugkörper zu verhindern oder zu entfernen, liefert das neue System dem Piloten Informationen: Es misst die Auswirkungen des Eises auf die Flug- und Manövrierfähigkeit und warnt den Piloten vor potenziell gefährlichen Manövern. Eines Tages könnte es das automatische Steuersystem ergänzen.
Wir setzen unser intelligentes Eis-Management-System zwischen das Eisschutzsystem und den Piloten, erklärt Michael Bragg, Leiter des Departments für Luft- und Raumfahrttechnik der University of Illinois. “Nachdem der Eisschutz alle seine Möglichkeiten erschöpft hat, soll unser System die Situation analysieren. Es charakterisiert für den Piloten den Effekt, den das Eis auf sein Flugzeug hat.” Eis auf Flügeln und anderen Oberflächen gefährdet die Stabilität, die Kontrollierbarkeit und die Leistung eines Flugzeugs. Sind sich die Piloten des Eises nicht bewusst, wenn ihre Maschine plötzlich seltsam reagiert, können sie gefährliche Fehlentscheidungen treffen.
Dörte Saße





