Schneller, als er selbst reagieren könnte, erhält der Schiedsrichter ein entsprechendes Signal auf seinem Display, beispielsweise wenn der Ball ins Tor oder jenseits des Spielfelds gerollt ist. Der Schiedsrichter könne sich damit mehr um die “menschlichen Probleme” des Fußballspiels wie Handspiel oder Foul kümmern, meinen die Entwickler um Sylvia Couronné. Bei der Weltmeisterschaft 2006 soll das “CAIROS” genannte System erstmals eingesetzt werden.
War der Ball im Tor? Wurde “Abseits” gespielt? Ein Sensorsystem soll den Schiedsrichtern im Profifußball künftig diese Entscheidungen abnehmen. Ein Blick auf das Display einer speziellen Armbanduhr genügt dem Unparteiischen, auch in kritischen Spielsituationen die richtige Entscheidung zu treffen. Das berichten Ingenieure vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen in Erlangen, wo das System entwickelt wurde.
Bisher wurden Szenen des Spiels aus verschiedenen Perspektiven per Video aufgenommen und das Geschehen auf dem Spielfeld in einem aufwändigen Verfahren rekonstruiert. Einfacher und vor allem schneller funktioniert das mit dem Sensorsystem, bei dem kleine, sehr leichte Sender in die Schienbeinschoner der Spieler und in den Ball eingebaut werden. Einige hundertmal pro Sekunde gibt jeder Sender individuelle Mikrowellensignale ab. Empfangen werden diese durch zehn Antennen am Rand des Spielfelds, die über Glasfaserkabel mit einem Zentralcomputer verbunden sind.
ddp/bdw – Ulrich Dewald





