Diese nimmt der Politikwissenschaftler Jakob Kullik unter die Lupe. Er stellt verschiedene analytische Zugänge und Perspektiven vor und legt schonungslos offen, wie China ein so dominanter Akteur auf diesem Markt werden konnte. An der deutschen und europäischen Rohstoffpolitik lässt er kaum ein gutes Haar, bemängelt die Ignoranz für geopolitische und -ökonomische Zusammenhänge und argumentiert mit Leidenschaft für ein Umdenken in den Amtsstuben, Parlamenten und Unternehmen, wiederholt sich dabei allerdings hin und wieder.
Kullik lenkt die Aufmerksamkeit auf eine Abhängigkeit, die an jene von russischem Gas erinnert. Japan, so analysiert er, hat hier vorausschauender agiert und seine Verwundbarkeit durch strategisches Handeln minimiert. Vom Kompetenzaufbau über staatliche Flankierung bis zu europäischer Kooperation diskutiert er Auswege und Ideen aus der Sackgasse. Er liefert zwar gute Ansätze, die aber in der Realität auf Widerstände stoßen dürften. Es gelingt ihm, das ganze Spektrum dieser komplexen und hochaktuellen Materie darzustellen und für ein breites Publikum verständlich und interessant aufzubereiten. Hans Siglbauer
Jakob Kullik
Seltene Erden
Quadriga Verlag, 400 S., € 24,–
ISBN 978–3–86995–167–6





