Kurbeln sind out. Es wird kaum noch ein Auto gebaut, bei dem sich die Fensterscheiben nicht per Knopfdruck elektronisch öffnen und schließen lassen. Allerdings: Was praktisch und bequem ist, birgt auch Gefahren. Finger und Hände von Kindern, die sich an der geöffneten Scheibe festhalten, werden von der Elektronik meist erst erkannt, wenn es zu spät ist. Denn die bisher verwendeten Sicherungssysteme, die den Hebemechanismus im Notfall stoppen, reagieren nur auf Berührung – und damit erst, wenn die Finger bereits eingeklemmt sind.
Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen (IIS) in Erlangen haben nun gemeinsam mit mehreren Automobilzulieferfirmen ein System entwickelt, das berührungslos funktioniert und dadurch Finger und Händen zuverlässig schützt.
Die neuartige Technologie nutzt einen Sensor, der in die Fensterdichtung eingebaut ist. Um ihn herum entsteht ein elektrisches Feld. Nähert sich eine Person dem Wagenfenster, registriert der Sensor eine Änderung der Kapazität des Feldes. Eine Elektronik verwandelt die gemessene Feldänderung in ein digitales Signal, das mit einem mathematischen Algorithmus ausgewertet wird. Blitzschnell kann das System so erkennen, ob sich etwa eine Hand vor der Scheibe befindet.
Der Einklemmschutz lässt sich nicht nur in elektrischen Fensterhebern nutzen, sondern auch in automatisch schließbaren Türen oder Heckklappen.





