Dünne, löchrige Materialien, ähnlich aufgebaut wie Gänsedaunen, könnten nach dem gleichen Prinzip Luftschichten aufbauen und einen ganzen, tonnenschweren Schnellzug tragen. Bei Labormessungen mit lockerem Schnee erkannten die Forscher, dass unter Last die Luft aus dem Schnee herausgedrückt wird und das effektive Schwebekissen für ein bis zwei Sekunden bildet. Hochgerechnet auf das 50-Tonnen-Gewicht eines Zuges könnte eine Schiene, die mit einem federartigen, lufthaltigen Material beschichtet wird, den gleichen Effekt haben. Eine Bedingung dafür ist jedoch eine ausreichend hohe Geschwindigkeit des Zuges. Denn auch der Snowboarder versinkt tiefer im Schnee, je langsamer er fährt. “Der Zug könnte gleiten wie ein Schlitten”, sagt Weinbaum voraus.
Statt teurer Gänsedaunen könnten auch synthetische Materialien mit vergleichbaren Eigenschaften für die Schienen genutzt werden. In weiteren Experimenten wollen die Forscher ihre Idee überprüfen. So bauen sie derzeit am Prototyp einer Schiene, die mit einer entsprechenden porösen Schicht ausgestattet ist. “Wir sind bereits in den Laden gegangen und haben uns die Kopfkissen mit passender Füllung gekauft”, sagt Weinbaum. Wird die Theorie bestätigt, können Bahntechniker auf eine energiesparende Schienenvariante für Schnellzüge hoffen.




